Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat die Bundesregierung erneut zu mehr Tempo bei Reformen aufgefordert. Das meldete dpa-AFX am Sonntagmorgen, ohne den genauen Wortlaut der aktuellen Äußerung zu nennen.
Ein wiederkehrendes Thema
Sewing hat diese Forderung in den vergangenen Monaten wiederholt erhoben. Bezugspunkt ist ein Paket mit 34 Maßnahmen zu Steuern, Arbeitsmarkt, Sozialversicherung und Bürokratie, auf das sich Union und SPD Anfang Juli geeinigt hatten.
Beim Handelsblatt-Bankengipfel im August verlangte Sewing, die Koalition solle beschlossene Maßnahmen umsetzen statt über eine Rücknahme zu sprechen. Nach einem Treffen mit der Bundesregierung Ende September bezeichnete er das Reformpaket zwar als richtig, aber als nicht ausreichend.
Die Warnung vor Stillstand
Schon im Januar hatte Sewing bei einem Empfang der Bank in Berlin gewarnt: Ohne tiefgreifende Reformen drohe Deutschlands Potenzialwachstum bis zum Ende des Jahrzehnts auf null zu sinken. Er forderte damals zusätzlich mehr Freihandelsabkommen und eine Reform der Sozialsysteme, insbesondere der Rente.
Was daraus folgt
Was daraus folgt: Rufe von Bankchefs nach mehr Reformtempo sagen für sich genommen nichts über deren Umsetzung. Sie zeigen aber, wie ungeduldig Teile der deutschen Wirtschaft mit dem Tempo der Bundespolitik sind – ein Stimmungsbild, das auch in die Risikobewertung deutscher Standortfaktoren einfließt.
Quellen
- onvista, News-Ticker vom 11.10.2026, 10:49 Uhr (dpa-AFX): „Deutsche-Bank-Chef Sewing fordert mehr Tempo bei Reformen“
- ms-aktuell.de: „Deutsche-Bank-Chef Sewing erhöht den Druck auf die Bundesregierung“
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