Glossar
Fachbegriffe, in je einem Satz
Jeder Text setzt an irgendeiner Stelle voraus, dass ein Wort bekannt ist. Hier stehen die Wörter, um die es dabei geht – erklärt in einem Satz, ohne dafür wieder drei neue Begriffe zu brauchen.
Nachschlagen ist die halbe Arbeit – ob die Begriffe sitzen, zeigt der Karteikasten mit wachsenden Abständen.
Karteikarten übenA
- Abgeltungsteuer
Die pauschale Steuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge, die die Bank direkt einbehält und ans Finanzamt abführt.
Mit Solidaritätszuschlag sind es 26,375 Prozent, mit Kirchensteuer knapp 28. „Abgeltend“ heißt: Damit ist die Steuer erledigt, der Ertrag muss nicht mehr in die Steuererklärung – es sei denn, man will etwas zurückholen.
- Aktie
Ein Anteil an einem Unternehmen – wer sie besitzt, ist Miteigentümer und nicht Gläubiger.
Der Unterschied zur Anleihe steckt genau darin: Ein Gläubiger hat Anspruch auf einen festen Betrag, ein Miteigentümer auf einen Anteil an dem, was übrig bleibt. Deshalb schwankt der Wert einer Aktie stärker – und deshalb ist die langfristige Rendite höher.
Lernthema: AktieSiehe auch: Dividende, Aktiengesellschaft, Anleihe
- Aktiengesellschaft
Eine Unternehmensform, deren Eigenkapital in handelbare Anteile zerlegt ist.
Lernthema: AktieSiehe auch: Aktie, Hauptversammlung
- Anleihe
Ein handelbarer Kredit: Wer sie kauft, leiht dem Herausgeber Geld und bekommt dafür Zinsen und am Ende den Nennwert zurück.
Lernthema: SchuldverschreibungSiehe auch: Kupon, Rendite, Staatsanleihe, Bonität
- Aufwärtstrend
Eine Kursfolge, in der jedes neue Hoch über dem vorigen Hoch und jedes neue Tief über dem vorigen Tief liegt.
Der Trend endet nicht, wenn der Kurs einmal fällt, sondern wenn die Struktur bricht – wenn also ein Tief unter das vorherige rutscht. Ein Rücksetzer, der über dem letzten Tief endet, ist eine Korrektur innerhalb des Trends.
- Ausschüttung
Der Teil der Erträge, den ein Fonds an die Anteilseigner auszahlt, statt ihn wieder anzulegen.
Lernthema: FondsSiehe auch: Thesaurierung, Dividende
- Ausschüttungsquote
Der Anteil des Gewinns, der als Dividende ausgezahlt wird.
Über 100 Prozent wird mehr ausgeschüttet als verdient – das geht aus Rücklagen oder auf Kredit und nicht lange. Aussagekräftiger als die Quote auf den Gewinn ist die auf den freien Cashflow: Die Dividende wird in echtem Geld gezahlt.
- Average True Range
Die durchschnittliche Schwankungsbreite einer Periode, einschließlich der Sprünge zwischen Schluss- und Eröffnungskurs.
Sie sagt nichts über die Richtung, aber viel über das Risiko: Wer weiß, wie stark ein Wert üblicherweise schwankt, kann seine Positionsgröße und den Abstand einer Verlustbegrenzung daran ausrichten.
B
- Basiszins
Ein jährlich vom Bundesfinanzministerium festgelegter Zinssatz, aus dem sich die Vorabpauschale berechnet.
Rechner: SteuerrechnerSiehe auch: Vorabpauschale
- Bilanz
Eine Aufstellung zum Stichtag: links, was ein Unternehmen besitzt, rechts, wem es gehört – den Eigentümern oder den Gläubigern.
Beide Seiten sind zwangsläufig gleich groß, daher der Name von der Waage. Das Eigenkapital ist die Differenz aus Vermögen und Schulden.
- Bollinger-Bänder
Ein Schlauch aus zwei Linien um einen gleitenden Durchschnitt, dessen Breite sich nach der Streuung der letzten Kurse richtet.
Üblich sind zwei Standardabweichungen um den 20-Tage-Durchschnitt. Eine Berührung des oberen Bands ist kein Verkaufssignal – in einem Ausbruch läuft der Kurs teils wochenlang daran entlang.
- Bonität
Die Einschätzung, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Schuldner seine Schulden zurückzahlt.
Ausgedrückt wird sie in Buchstabencodes von AAA bis D. Je schlechter die Bonität, desto höher der Zins, den ein Schuldner bieten muss – der Aufschlag ist der Preis für das Ausfallrisiko.
Lernthema: SchuldverschreibungSiehe auch: Anleihe, Staatsanleihe, Risikoprämie
- Börse
Ein organisierter Marktplatz, an dem Wertpapiere nach festen Regeln gehandelt werden.
Lernthema: BörseSiehe auch: Orderbuch, Spread, Liquidität
- Bretton-Woods-System
Die Währungsordnung von 1944: Der Dollar war an Gold gebunden, alle anderen Währungen an den Dollar.
Endete am 15. August 1971, als die USA die Einlösbarkeit in Gold aufkündigten. Seit 1973 schwanken die großen Währungen frei gegeneinander.
Lernthema: Das GeldsystemSiehe auch: Goldstandard, Fiatgeld, Leitwährung
- Broker
Ein Vermittler, über den private Anleger Wertpapiere kaufen und verkaufen; in Deutschland meist eine Bank mit Depotgeschäft.
- Buchwert
Das Eigenkapital eines Unternehmens laut Bilanz – was rechnerisch übrig bliebe, wenn alle Schulden bezahlt wären.
Siehe auch: Kurs-Buchwert-Verhältnis, Eigenkapital
- Burggraben
Ein dauerhafter Wettbewerbsvorteil, der verhindert, dass Nachahmer die hohe Kapitalrendite eines Unternehmens wegkonkurrieren.
Als dauerhaft erwiesen haben sich vier Arten: Wechselkosten, Netzwerkeffekte, Größenvorteile und immaterielle Werte wie Marke, Patent oder Zulassung.
C
- Carry Trade
In einer Währung mit niedrigem Zins aufnehmen und in einer mit höherem anlegen.
Der Ertrag ist die Zinsdifferenz, das Risiko der Wechselkurs. Solche Positionen verdienen über lange Strecken wenig und verlieren an wenigen Tagen viel – die Auflösung großer Bestände erklärt Einbrüche ohne erkennbaren Anlass.
Lernthema: Das GeldsystemSiehe auch: Devisenmarkt, Wechselkurs
- Cashflow
Der Betrag, der einem Unternehmen in einer Periode tatsächlich zugeflossen ist – im Unterschied zum Gewinn, der Buchungen ohne Zahlung enthält.
Der operative Cashflow ist schwerer zu gestalten als der Gewinn: Abschreibungen und Rückstellungen mindern den Gewinn, ohne Geld zu kosten. Wer beide Größen nebeneinanderlegt, sieht, wie viel vom ausgewiesenen Erfolg wirklich angekommen ist.
Siehe auch: Kurs-Cashflow-Verhältnis, Gewinn
- Chartmuster
Eine wiederkehrende Form im Kursverlauf, der die technische Analyse einen Namen und eine Bedeutung gegeben hat.
Kopf-Schulter, Doppeltop, Dreiecke und Flaggen gehören dazu. Ihre Messregeln – etwa „der Kurs fällt so weit, wie der Kopf über der Nackenlinie stand“ – sind Konventionen ohne Herleitung. Das eigentliche Problem ist das Erkennen: Ein Mensch findet mehr Muster als ein Rechner, weil er großzügiger ist.
- Cost-Average-Effekt
Die Folge gleichbleibender Sparraten: Bei niedrigen Kursen werden mehr Anteile gekauft als bei hohen.
Als Renditevorteil wird er häufig überschätzt – gegenüber einer Einmalanlage ist er im Mittel sogar nachteilig, weil Geld länger unangelegt bleibt. Sein Wert liegt woanders: Er nimmt die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt aus der Entscheidung.
Lernthema: Cost-Average & SparplanSiehe auch: Sparplan
D
- Depot
Das Konto, auf dem Wertpapiere verwahrt werden – rechtlich bleiben sie dabei Eigentum des Anlegers.
Das ist der Grund, warum ein Depot bei einer Bankpleite anders behandelt wird als Guthaben: Wertpapiere gehören nicht zur Insolvenzmasse. Die Einlagensicherung braucht es nur für Geld auf dem Verrechnungskonto.
- Derivat
Ein Finanzprodukt, dessen Wert sich von einem anderen Wert ableitet – von einer Aktie, einem Index, einem Rohstoff.
Lernthema: DerivatSiehe auch: Hebel, Zertifikat, Option
- Devisenmarkt
Der Markt, auf dem Währungen gegeneinander getauscht werden – der größte der Welt.
Rund 7,5 Billionen US-Dollar Umsatz je Handelstag (BIZ, April 2022). Es gibt keine Börse und keine amtliche Schlussnotiz; gehandelt wird zwischen Banken, rund um die Uhr.
Lernthema: Das GeldsystemSiehe auch: Wechselkurs, Carry Trade
- Divergenz
Der Fall, dass der Kurs ein neues Hoch erreicht, ein Indikator aber nicht – gelesen als nachlassende Kraft der Bewegung.
Sie ist im Rückblick immer offensichtlich und kann sich über Monate hinziehen, während der Kurs weiter steigt. „Zu früh“ ist an der Börse dasselbe wie „falsch“.
- Diversifikation
Die Verteilung des Vermögens auf viele voneinander unabhängige Anlagen, damit ein einzelner Ausfall das Ganze nicht trifft.
Das Besondere daran: Sie senkt das Risiko, ohne die erwartete Rendite zu senken. Das ist der einzige Vorteil an der Börse, den es umsonst gibt – alles andere kostet entweder Rendite oder Sicherheit.
Lernthema: Länder & BranchenSiehe auch: Portfolio, Klumpenrisiko, Korrelation
- Dividende
Der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre auszahlt.
Am Tag der Auszahlung fällt der Kurs um ungefähr denselben Betrag – das Geld verlässt ja das Unternehmen. Eine Dividende ist deshalb kein zusätzlicher Ertrag obendrauf, sondern eine Umschichtung vom Depotwert aufs Konto.
Lernthema: AktieSiehe auch: Aktie, Ausschüttung, Ex-Tag
E
- EBIT
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern – das Ergebnis des eigentlichen Geschäfts, unabhängig von der Finanzierung.
- EBITDA
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
Abschreibungen sind keine Erfindung der Buchhaltung: Eine Maschine verschleißt tatsächlich. Wer sie herausrechnet, tut so, als koste das Anlagevermögen nichts – bei kapitalintensiven Geschäften ist der Unterschied erheblich.
- Effektivzins
Der Zinssatz eines Kredits einschließlich aller Nebenkosten – die einzige Zahl, mit der sich zwei Angebote vergleichen lassen.
- Eigenkapital
Der Teil des Vermögens, der nach Abzug aller Schulden übrig bleibt.
Siehe auch: Buchwert, Fremdkapital
- Eigenkapitalrendite
Der Jahresüberschuss im Verhältnis zum Eigenkapital – was das Unternehmen aus dem Geld der Eigentümer macht.
Sie lässt sich erhöhen, ohne dass das Geschäft besser wird: Man ersetzt Eigenkapital durch Schulden. Aussagekräftiger ist deshalb die Rendite auf das gesamte eingesetzte Kapital – und der Abstand zu den Kapitalkosten.
- Einlagensicherung
Die gesetzliche Garantie, dass Guthaben bei einer Bank bis 100.000 Euro je Person und Institut erstattet werden, wenn die Bank ausfällt.
- Elliott-Wellen
Eine Theorie, nach der Kurse in fünf Wellen mit dem Trend und drei dagegen verlaufen – auf jeder Zeitebene.
Sie kennt drei harte Regeln und zahlreiche zulässige Sonderformen. Genau das ist der Einwand: Zu fast jedem Verlauf lässt sich eine gültige Zählung finden, und erweist sich eine Prognose als falsch, wird die Zählung angepasst statt verworfen.
- Emittent
Wer ein Wertpapier herausgibt – bei einer Aktie das Unternehmen, bei einer Anleihe der Schuldner, bei einem Zertifikat die Bank.
Siehe auch: Anleihe, Emittentenrisiko
- Emittentenrisiko
Das Risiko, dass der Herausgeber eines Wertpapiers zahlungsunfähig wird und das Papier wertlos verfällt.
Bei Zertifikaten und ETNs ist das der entscheidende Unterschied zum Fonds: Sie sind rechtlich Schuldverschreibungen der Bank, kein Sondervermögen. Geht die Bank unter, ist das Geld weg – unabhängig davon, wie sich der zugrunde liegende Wert entwickelt hat.
Lernthema: DerivatSiehe auch: Emittent, Sondervermögen, Zertifikat
- ETF
Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet, statt Wertpapiere auszuwählen.
Die Abkürzung steht für Exchange Traded Fund. Weil niemand auswählen muss, ist er billiger als ein aktiv verwalteter Fonds – und genau diese Kostenersparnis ist der Grund, warum er über lange Zeiträume meist besser abschneidet.
Lernthema: ETFSiehe auch: Index, Fonds, Gesamtkostenquote, Sondervermögen
- Ex-Tag
Der erste Handelstag, an dem eine Aktie ohne Anspruch auf die beschlossene Dividende gehandelt wird – erkennbar am Kursabschlag.
Siehe auch: Dividende
F
- Festgeld
Eine Einlage mit fester Laufzeit und festem Zins, an die man vor Ablauf nicht herankommt.
Lernthema: TagesgeldSiehe auch: Tagesgeld, Einlagensicherung
- Fiatgeld
Geld, das gilt, weil es für gültig erklärt wurde – ohne Anspruch auf Gold oder eine andere Ware.
Von lateinisch „fiat“, es werde. Seit 1971 die einzige Form, in der Währungen weltweit vorkommen. Der Wert ruht auf gesetzlicher Anordnung und darauf, dass alle darauf vertrauen, es weiterreichen zu können.
Lernthema: Das GeldsystemSiehe auch: Goldstandard, Giralgeld
- Fibonacci-Retracement
Waagerechte Linien bei 38,2, 50 und 61,8 Prozent einer Bewegung, an denen eine Gegenbewegung enden soll.
Die Verhältnisse stammen aus der Fibonacci-Folge und sind mathematisch korrekt hergeleitet. Dass Kurse sich daran halten sollten, hat niemand je begründet – und mit fünf Marken ist der Bereich so dicht bedeckt, dass fast jede Umkehr in der Nähe einer Linie liegt.
Akademie: Fibonacci-RetracementsSiehe auch: Elliott-Wellen
- Fonds
Ein gemeinsamer Topf vieler Anleger, aus dem Wertpapiere gekauft werden; jeder Anteil ist ein Bruchteil des Ganzen.
Lernthema: FondsSiehe auch: ETF, Sondervermögen, Gesamtkostenquote, Ausschüttung
- Freier Cashflow
Das Geld, das nach allen Investitionen übrig bleibt – die Grundlage für Dividenden, Rückkäufe und Tilgungen.
Gewinn ist eine Rechengröße, Geld nicht. Ein Unternehmen kann Gewinn ausweisen und zahlungsunfähig werden, wenn die Rechnungen zwar geschrieben, aber nicht bezahlt wurden.
- Freistellungsauftrag
Die Anweisung an die Bank, Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags ohne Steuerabzug auszuzahlen.
Ohne ihn führt die Bank die Steuer ab, obwohl sie nicht anfiele – zurückholen lässt sie sich dann nur über die Steuererklärung. Wer mehrere Banken hat, muss den Betrag aufteilen; in der Summe bleibt es bei 1.000 Euro je Person.
- Fremdkapital
Der Teil des Kapitals eines Unternehmens, der geliehen ist und zurückgezahlt werden muss.
Siehe auch: Eigenkapital, Verschuldungsgrad
- Fundamentalanalyse
Die Bewertung eines Unternehmens anhand seiner Zahlen und seiner Wettbewerbsposition statt anhand des Kursverlaufs.
G
- Geldmarkt
Der Markt für kurzfristige Ausleihungen mit Laufzeiten von einem Tag bis zu einem Jahr.
- Geldschöpfung
Die Entstehung neuen Geldes – überwiegend in Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe.
Bank of England und Deutsche Bundesbank haben in eigenen Veröffentlichungen klargestellt, dass Kredite Einlagen schaffen und nicht umgekehrt. Tilgung wirkt spiegelbildlich: Sie vernichtet Giralgeld.
Lernthema: Das GeldsystemSiehe auch: Giralgeld, Mindestreserve
- Gesamtkostenquote
Die laufenden Kosten eines Fonds in Prozent des Vermögens je Jahr – abgezogen wird sie täglich vom Fondsvermögen, nicht in Rechnung gestellt.
Weil sie nie auf dem Kontoauszug erscheint, wird sie regelmäßig unterschätzt. Über dreißig Jahre kostet ein Unterschied von 1,3 Prozentpunkten rund ein Drittel des Endvermögens.
- Gewinn
Was einem Unternehmen nach allen Kosten, Zinsen und Steuern bleibt – die Grundlage für Dividende und Kurs-Gewinn-Verhältnis.
Siehe auch: Kurs-Gewinn-Verhältnis, Cashflow, Marge
- Giralgeld
Guthaben auf Bankkonten – kein Bargeld, sondern eine Forderung gegen die Bank.
Entsteht bei der Kreditvergabe: Die Bank schreibt den Betrag gut und trägt zugleich eine Forderung in gleicher Höhe ein. Mit ihm wird der weitaus größte Teil aller Zahlungen abgewickelt.
- Gleitender Durchschnitt
Der Mittelwert der letzten n Schlusskurse, für jeden Tag neu gebildet – eine geglättete Fassung des Kursverlaufs.
Beim einfachen Durchschnitt (SMA) zählt jeder Kurs gleich viel, beim exponentiellen (EMA) die neueren stärker. Beide laufen dem Kurs hinterher; diese Verzögerung ist kein Fehler, sondern der Preis für die Glättung.
- Goldenes Kreuz
Der Punkt, an dem ein kurzer gleitender Durchschnitt einen längeren von unten nach oben schneidet.
Meist gemeint sind der 50- und der 200-Tage-Durchschnitt; die umgekehrte Kreuzung heißt Todeskreuz. Beides ist keine Vorhersage, sondern eine Feststellung über die Vergangenheit – und weil beide Linien nachlaufen, tritt sie regelmäßig erst ein, wenn ein guter Teil der Bewegung gelaufen ist.
- Goldstandard
Ein System, in dem jede Währung in einer festen Menge Gold definiert ist.
Zwischen 1870 und 1914 weltweit verbreitet, danach in abgewandelter Form bis 1971. Er macht Wechselkurse fest und die Geldmenge von der Fördermenge abhängig – beides zugleich Vorzug und Nachteil.
Lernthema: Das GeldsystemSiehe auch: Bretton-Woods-System, Fiatgeld
H
- Handelsvolumen
Die Stückzahl, die in einer Periode gehandelt wurde – die einzige Größe neben dem Kurs, die die technische Analyse kennt.
Es misst Umschlag, nicht Kaufdruck: Zu jedem Käufer gehört ein Verkäufer. Bei Devisen gibt es kein Gesamtvolumen, weil der Handel nicht über eine zentrale Börse läuft.
- Hauptversammlung
Die jährliche Versammlung der Aktionäre, auf der über Dividende, Entlastung des Vorstands und Satzungsänderungen abgestimmt wird.
Lernthema: AktieSiehe auch: Aktie, Aktiengesellschaft
- Hebel
Das Verhältnis, um das ein Produkt die Bewegung des zugrunde liegenden Werts vervielfacht – in beide Richtungen.
Ein Hebel von zehn bedeutet: fünf Prozent Kursgewinn werden zu fünfzig, fünf Prozent Verlust ebenso. Der Denkfehler steckt darin, nur die erste Hälfte des Satzes zu lesen.
Lernthema: DerivatSiehe auch: Derivat, Margin, Nachschusspflicht
- Hyperinflation
Eine Geldentwertung von mehr als fünfzig Prozent im Monat.
Die Grenze stammt von Phillip Cagan (1956). Entscheidend ist nicht die Geldmenge allein, sondern der Punkt, an dem alle ihr Geld sofort ausgeben – dieselbe Menge wechselt dann viel häufiger den Besitzer.
I
- Index
Eine Kennzahl, die die Entwicklung eines Marktes oder Marktteils in einer Zahl zusammenfasst.
Lernthema: ETFSiehe auch: ETF, Marktkapitalisierung
- Inflation
Der allgemeine Anstieg der Preise – dieselbe Summe kauft mit der Zeit weniger.
Für Anleger ist sie die stille Vergleichsgröße: Eine Anlage mit zwei Prozent Zins bei drei Prozent Inflation verliert real an Wert, auch wenn der Kontostand steigt.
- Innerer Wert
Der geschätzte Wert eines Unternehmens, unabhängig davon, was gerade an der Börse dafür bezahlt wird.
Ermittelt wird er, indem künftige Zahlungsströme auf heute abgezinst werden. In vielen Rechnungen stammen 60 bis 80 Prozent des Ergebnisses aus der Zeit nach dem Prognosezeitraum – der am wenigsten belastbare Teil wiegt am schwersten.
K
- Kapitalverwaltungsgesellschaft
Das Unternehmen, das einen Fonds auflegt und verwaltet; das Fondsvermögen selbst liegt getrennt davon bei einer Verwahrstelle.
Lernthema: FondsSiehe auch: Sondervermögen, Fonds
- Kaufkraft
Was man für einen Geldbetrag tatsächlich bekommt – die Größe, auf die es ankommt, nicht der Betrag selbst.
- Kerzenchart
Eine Darstellung, in der jede Periode vier Kurse zeigt: Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss.
Der Körper reicht von der Eröffnung bis zum Schluss, die dünnen Dochte bis zum Hoch und zum Tief. Ein langer Körper heißt, dass sich eine Seite durchgesetzt hat; ein kurzer mit langen Dochten, dass in beide Richtungen gezogen wurde und am Ende fast nichts übrig blieb.
- Klumpenrisiko
Die Häufung eines einzelnen Risikos im Depot – etwa zu viel von einer Aktie, einer Branche oder einem Land.
Der häufigste Fall ist unsichtbar: Wer beim eigenen Arbeitgeber angestellt ist und dessen Aktien hält, hängt mit Einkommen und Vermögen an derselben Firma.
Lernthema: Portfolio-AufbauSiehe auch: Diversifikation, Korrelation
- Korrelation
Das Maß dafür, wie gleichläufig sich zwei Anlagen bewegen – von +1 (immer gemeinsam) bis −1 (immer gegenläufig).
Streuung wirkt nur, soweit die Korrelation unter eins liegt. Der unangenehme Teil: In Krisen steigen die Korrelationen, gerade dann also, wenn man die Streuung bräuchte.
Lernthema: Portfolio-AufbauSiehe auch: Diversifikation, Volatilität
- Kupon
Der feste Zins, den eine Anleihe auf ihren Nennwert zahlt – unabhängig davon, wie sich ihr Kurs entwickelt.
- Kurs
Der zuletzt an einer Börse zustande gekommene Preis eines Wertpapiers.
- Kurs-Buchwert-Verhältnis
Der Börsenwert eines Unternehmens geteilt durch sein Eigenkapital – wie viel das Zehnfache dessen kostet, was in der Bilanz steht.
Siehe auch: Buchwert, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Marktkapitalisierung
- Kurs-Cashflow-Verhältnis
Der Kurs im Verhältnis zum operativen Cashflow je Aktie – die schwerer zu gestaltende Alternative zum KGV.
Siehe auch: Cashflow, Kurs-Gewinn-Verhältnis
- Kurs-Gewinn-Verhältnis
Der Kurs geteilt durch den Gewinn je Aktie – wie viele Jahresgewinne man für eine Aktie bezahlt.
Ein niedriges KGV heißt nicht „günstig“, sondern nur „billig gemessen am letzten Gewinn“. Es kann ebenso bedeuten, dass der Markt mit sinkenden Gewinnen rechnet. Vergleichbar ist die Zahl nur innerhalb derselben Branche.
Siehe auch: Gewinn, Kurs-Umsatz-Verhältnis, Kurs-Buchwert-Verhältnis
- Kurs-Umsatz-Verhältnis
Der Börsenwert geteilt durch den Jahresumsatz – die Kennzahl, die auch dann funktioniert, wenn ein Unternehmen noch keinen Gewinn macht.
Siehe auch: Kurs-Gewinn-Verhältnis, Marktkapitalisierung
L
- Leitwährung
Die Währung, in der weltweit gerechnet, abgerechnet und Reserven gehalten werden.
Derzeit der US-Dollar mit rund 58 Prozent der Weltwährungsreserven. Vorausgesetzt sind ein jederzeit handelbarer Anleihemarkt und freier Kapitalverkehr – nicht allein die Größe der Wirtschaft.
- Leitzins
Der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der Notenbank Geld leihen – der Ausgangspunkt für fast alle anderen Zinsen.
- Limit
Die Preisgrenze in einer Order: Gekauft wird höchstens, verkauft mindestens zu diesem Kurs.
- Liquidität
Wie leicht sich ein Wertpapier ohne Preisabschlag verkaufen lässt.
Sie fällt genau dann auf, wenn sie fehlt: Ein dünn gehandeltes Papier lässt sich in ruhigen Zeiten problemlos verkaufen und in unruhigen nur mit Abschlag – also dann, wenn man verkaufen möchte.
M
- MACD
Ein Indikator, der den Abstand zwischen einem schnellen und einem langsamen gleitenden Durchschnitt misst.
Der Name steht für Moving Average Convergence Divergence. Er misst die Beschleunigung einer Bewegung, nicht ihre Richtung. In Seitwärtsphasen kreuzt er ständig und erzeugt eine Folge von Signalen, die sich gegenseitig aufheben.
- Margin
Die Sicherheitsleistung, die ein Broker für gehebelte Geschäfte verlangt.
Lernthema: DerivatSiehe auch: Hebel, Nachschusspflicht
- Marktkapitalisierung
Der Börsenwert eines Unternehmens: Aktienkurs mal Anzahl der Aktien.
Siehe auch: Index, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Umsatz-Verhältnis
- Mindestreserve
Der Anteil der Einlagen, den eine Bank bei der Notenbank hinterlegen muss – im Euroraum ein Prozent.
Sie begrenzt die Kreditvergabe deutlich weniger als das Eigenkapital, die Zahl zahlungsfähiger Kreditnehmer und der Zins der Notenbank.
Lernthema: Das GeldsystemSiehe auch: Zentralbankgeld, Geldschöpfung
- Momentum
Die Beobachtung, dass zuletzt gestiegene Kurse etwas häufiger weiter steigen, als der Zufall erwarten ließe.
Der Effekt ist über kurze Zeiträume messbar, kehrt sich über lange um, schwankt über die Jahrzehnte und schrumpft weiter, sobald Handelskosten abgezogen werden.
N
- Nachschusspflicht
Die Pflicht, bei bestimmten Hebelgeschäften Geld nachzuschießen, wenn die Sicherheit nicht mehr reicht – im Extremfall über den Einsatz hinaus.
Für Privatanleger in der EU ist sie bei CFDs seit 2017 abgeschafft. Bei Termingeschäften und Wertpapierkrediten gibt es sie weiterhin.
- Nennwert
Der Betrag, auf den eine Anleihe lautet und der am Ende der Laufzeit zurückgezahlt wird.
- Notenbank
Die staatliche Institution, die den Leitzins setzt und die Geldmenge steuert – in der Eurozone die Europäische Zentralbank.
O
- Option
Das Recht, aber nicht die Pflicht, etwas zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.
- Order
Der Auftrag an den Broker, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen.
Lernthema: Depot & BrokerSiehe auch: Limit, Orderbuch, Teilausführung
- Orderbuch
Die Liste aller offenen Kauf- und Verkaufsaufträge – aus ihrer Überschneidung entsteht der Kurs.
Lernthema: Wie funktioniert der MarktSiehe auch: Kurs, Spread, Liquidität
P
- Petrodollar
Die Dollar, die Ölexporteure einnehmen und überwiegend in amerikanische Staatsanleihen zurücklegen.
Der Begriff bezeichnet keinen Vertrag und keine eigene Währung. Öl in Dollar zu notieren ist Marktbrauch; die Wirkung entsteht aus der Wiederanlage der Erlöse, weil nur der US-Anleihemarkt Beträge dieser Größe aufnimmt.
Lernthema: Das GeldsystemSiehe auch: Leitwährung, Staatsanleihe
- Portfolio
Die Gesamtheit der Anlagen einer Person – die Ebene, auf der Risiko überhaupt erst beurteilt werden kann.
Eine einzelne Anlage ist weder riskant noch sicher; entscheidend ist ihr Beitrag zum Ganzen. Eine schwankende Beimischung kann das Risiko des Portfolios sogar senken, wenn sie sich gegenläufig bewegt.
Lernthema: Portfolio-AufbauSiehe auch: Diversifikation, Rebalancing, Korrelation
R
- Random Walk
Die These, dass Kursänderungen im Wesentlichen zufällig sind und der nächste Schritt nicht vom letzten abhängt.
Trifft sie zu, ist jedes Chartmuster eine Figur, die das Auge hineinsieht. Ganz so eindeutig ist die Lage nicht: Über kurze Zeiträume finden Untersuchungen einen schwachen Momentum-Effekt, über lange kehrt er sich um. Beide sind klein und nach Handelskosten oft verschwunden.
- Realzins
Der Zins nach Abzug der Inflation – was an Kaufkraft tatsächlich hinzukommt.
- Rebalancing
Das Zurücksetzen eines Depots auf die geplante Aufteilung, nachdem Kursbewegungen sie verschoben haben.
Es zwingt dazu, das Gestiegene zu verkaufen und das Gefallene zu kaufen – also genau das, was einem am schwersten fällt. Darin liegt der Wert, nicht in der Rechnerei.
Lernthema: Portfolio-AufbauSiehe auch: Portfolio, Diversifikation
- Relative-Stärke-Index
Ein Indikator zwischen 0 und 100, der das Verhältnis von Aufwärts- zu Abwärtsbewegung der letzten Perioden misst.
Über 70 gilt als „überkauft“, unter 30 als „überverkauft“ – der am häufigsten missverstandene Teil der technischen Analyse. Überkauft heißt nicht „zu teuer“, sondern „zuletzt stark gestiegen“: In kräftigen Trends bleibt der Wert wochenlang über 70, während der Kurs weiter steigt.
- Rendite
Der Ertrag einer Anlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital, meist auf ein Jahr bezogen.
Lernthema: Risiko & RenditeSiehe auch: Realzins, Risikoprämie, Volatilität
- Risikoprämie
Der Renditeaufschlag, den eine schwankende Anlage gegenüber einer sicheren bieten muss, damit jemand sie kauft.
Sie ist keine Belohnung fürs Aushalten, sondern ein Preis: Wer sie kassieren will, muss das Risiko tatsächlich tragen – auch dann, wenn es sich verwirklicht.
Lernthema: Risiko & RenditeSiehe auch: Rendite, Volatilität
S
- Sollzins
Der reine Zinssatz eines Kredits ohne Nebenkosten – zum Vergleich zweier Angebote ungeeignet.
Lernthema: Schulden & KreditSiehe auch: Effektivzins, Tilgung
- Sondervermögen
Das Vermögen eines Fonds, das rechtlich getrennt von der Fondsgesellschaft gehalten wird und bei deren Insolvenz nicht angetastet werden darf.
Das ist der wichtigste Unterschied zwischen einem Fonds und einem Zertifikat. Beim Fonds gehört das Vermögen den Anlegern, beim Zertifikat sind sie Gläubiger einer Bank.
Lernthema: FondsSiehe auch: Fonds, ETF, Emittentenrisiko
- Sparerpauschbetrag
Der Betrag an Kapitalerträgen, der je Person steuerfrei bleibt: 1.000 Euro, für Zusammenveranlagte 2.000.
- Sparplan
Ein Dauerauftrag ins Depot: Zu festen Terminen wird für einen festen Betrag gekauft, unabhängig vom Kurs.
- Spread
Die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs – der Preis, den man bezahlt, ohne dass er als Gebühr auftaucht.
Lernthema: BörseSiehe auch: Liquidität, Orderbuch, Kurs
- Staatsanleihe
Eine Anleihe, deren Schuldner ein Staat ist.
T
- Tagesgeld
Ein verzinstes Konto, von dem täglich abgehoben werden kann – der übliche Ort für den Notgroschen.
Der Zins ist variabel: Die Bank darf ihn jederzeit ändern, nach oben wie nach unten. Ein Aktionsangebot für Neukunden sagt deshalb wenig darüber aus, was in einem Jahr gezahlt wird.
Lernthema: TagesgeldSiehe auch: Festgeld, Einlagensicherung, Geldmarkt
- Technische Analyse
Die Deutung von Kursverlauf und Handelsvolumen, ohne Rücksicht auf die Zahlen des Unternehmens.
Sie ruht auf drei Annahmen: Der Kurs enthält alles Bekannte, Kurse bewegen sich in Trends, und Muster wiederholen sich. Die ersten beiden vertragen sich schlecht miteinander – wenn der Kurs wirklich alles enthält, wäre auch der Trend längst eingepreist.
- Teilausführung
Eine Order, die nur zum Teil ausgeführt wurde, weil nicht genug Gegenseite vorhanden war – oft mit doppelten Gebühren verbunden.
Lernthema: Depot & BrokerSiehe auch: Order, Liquidität
- Teilfreistellung
Der Anteil des Fondsertrags, der von vornherein steuerfrei bleibt – bei Aktienfonds 30 Prozent.
Sie gleicht die Steuer aus, die der Fonds bereits auf seiner Ebene zahlt. Maßgeblich ist die Aktienquote, die in den Anlagebedingungen als Mindestquote steht, nicht die tatsächlich gehaltene.
Rechner: SteuerrechnerSiehe auch: Abgeltungsteuer, Vorabpauschale, Fonds
- Thesaurierung
Die Wiederanlage der Erträge im Fonds, statt sie auszuzahlen.
Lernthema: FondsSiehe auch: Ausschüttung, Vorabpauschale, Zinseszins
- Tilgung
Der Teil einer Kreditrate, der die Schuld verringert – im Unterschied zum Zinsanteil, der nur die Nutzung bezahlt.
Lernthema: Schulden & KreditSiehe auch: Effektivzins, Sollzins
- Tracking-Differenz
Der tatsächliche Rückstand eines ETF gegenüber seinem Index über ein Jahr – die ehrlichere Zahl als die Kostenquote.
Sie kann kleiner sein als die Kostenquote, wenn der Fonds Zusatzerträge erwirtschaftet, etwa aus Wertpapierleihe. Gemessen wird sie im Nachhinein, nicht versprochen.
Lernthema: ETFSiehe auch: ETF, Gesamtkostenquote
- Trendlinie
Eine Gerade, die im Aufwärtstrend die Tiefpunkte und im Abwärtstrend die Hochpunkte verbindet.
Als bestätigt gilt sie erst mit dem dritten Berührungspunkt – durch zwei Punkte lässt sich immer eine Gerade legen. Ob auf Schlusskursbasis oder auf Basis der Dochte gezeichnet wird und ob die Achse linear oder logarithmisch ist, verschiebt ihren Verlauf erheblich.
- Triffin-Dilemma
Der Widerspruch, dass eine Leitwährung nur über dauerhafte Defizite in die Welt gelangt – und genau daran ihr Vertrauen verliert.
Robert Triffin beschrieb ihn 1960 und sagte damit das Ende von Bretton Woods elf Jahre im Voraus voraus. Aufgelöst ist der Widerspruch bis heute nicht.
Lernthema: Das GeldsystemSiehe auch: Leitwährung, Bretton-Woods-System
U
- Umsatz
Was ein Unternehmen in einer Periode eingenommen hat, bevor Kosten abgezogen werden.
Siehe auch: Gewinn, Marge, Kurs-Umsatz-Verhältnis
- Unternehmenswert
Börsenwert plus Nettoverschuldung – das, was ein Käufer für das ganze Unternehmen aufwenden müsste.
Zwei Unternehmen mit gleichem Börsenwert und gleichem Gewinn haben dasselbe Kurs-Gewinn-Verhältnis. Hat das eine zwei Milliarden Schulden und das andere zwei Milliarden auf dem Konto, sind sie trotzdem nicht gleich teuer.
- Unterstützung
Ein Kursbereich, in dem wiederholt genug Nachfrage entsteht, um einen Rückgang zu stoppen.
Die Erklärung ist Verhalten, keine Chartmagie: Wer den Bereich beim letzten Mal verpasst hat, legt seine Kauforder dorthin. Es ist immer eine Zone und nie ein Strich – nicht alle sind zum selben Kurs eingestiegen.
V
- Verrechnungskonto
Das Geldkonto, das zu einem Depot gehört und über das Käufe, Verkäufe und Ausschüttungen laufen.
Lernthema: Depot & BrokerSiehe auch: Depot, Einlagensicherung
- Verschuldungsgrad
Das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital – ein Maß dafür, wie viel Puffer ein Unternehmen bis zur Zahlungsunfähigkeit hat.
Siehe auch: Fremdkapital, Eigenkapital
- Volatilität
Das Maß dafür, wie stark ein Kurs um seinen Mittelwert schwankt.
Sie wird oft mit Risiko gleichgesetzt, und für kurze Zeiträume passt das. Über dreißig Jahre ist die größere Gefahr eine andere: nicht die Schwankung, sondern der dauerhafte Kaufkraftverlust einer Anlage, die nicht schwankt.
Lernthema: Risiko & RenditeSiehe auch: Risikoprämie, Korrelation, Rendite
- Vorabpauschale
Ein jährlich als zugeflossen geltender Mindestertrag bei thesaurierenden Fonds, auf den Steuer anfällt, obwohl kein Geld geflossen ist.
Sie sorgt dafür, dass thesaurierende und ausschüttende Fonds gleich behandelt werden. Sie ist keine zusätzliche Steuer: Beim Verkauf wird alles bereits Versteuerte vom Gewinn abgezogen. Fällt der Fonds im Jahr, fällt sie ganz aus.
Rechner: SteuerrechnerSiehe auch: Thesaurierung, Basiszins, Abgeltungsteuer
W
- Wechselkurs
Der Preis einer Währung, ausgedrückt in einer anderen.
Für Anleger die Größe, die aus einem Kursgewinn im Ausland einen Verlust in Euro machen kann – und umgekehrt. Beide Wirkungen multiplizieren sich, sie addieren sich nicht.
- Wertpapierleihe
Das befristete Verleihen von Wertpapieren gegen Gebühr und Sicherheiten – bei Fonds eine Quelle von Zusatzerträgen und ein zusätzliches Risiko.
Lernthema: ETFSiehe auch: ETF, Tracking-Differenz
- Widerstand
Ein Kursbereich, in dem wiederholt genug Angebot entsteht, um einen Anstieg zu stoppen.
Wer bei 100 Euro gekauft hat und den Kurs auf 80 fallen sah, wartet auf die Rückkehr zu 100. Steigt der Kurs dorthin, treffen diese Verkäufe auf den Markt. Wird ein Widerstand nachhaltig überwunden, wird er der Erfahrung nach häufig zur Unterstützung.
Z
- Zentralbankgeld
Bargeld und die Guthaben, die Banken bei ihrer Notenbank halten.
Die zweite Geldsorte neben dem Giralgeld. Nur Banken haben Zugang zu den Guthaben; für alle anderen ist Bargeld die einzige Form, in der sie Zentralbankgeld halten können.
Lernthema: Das GeldsystemSiehe auch: Giralgeld, Mindestreserve
- Zertifikat
Eine Schuldverschreibung einer Bank, deren Rückzahlung von der Entwicklung eines anderen Werts abhängt.
Anders als bei einem Fonds gibt es kein Sondervermögen: Geht die Bank pleite, ist das Geld verloren, egal wie sich der zugrunde liegende Wert entwickelt hat.
Lernthema: DerivatSiehe auch: Emittentenrisiko, Derivat, Sondervermögen
- Zinseszins
Zinsen auf bereits gutgeschriebene Zinsen – der Grund, warum sich Kapital über lange Zeiträume nicht linear, sondern beschleunigt vermehrt.
Wie das Glossar in die Texte kommt
In den Lerntexten ist jeder dieser Begriffe beim ersten Vorkommen gepunktet unterstrichen und führt hierher. Nur beim ersten – ein Text, in dem jedes zweite Wort ein Link ist, wird nicht mehr gelesen. Auf der Seite eines Themas bleibt dessen eigener Begriff unverlinkt: Er wird dort gerade ausführlich erklärt.
Erkannt werden nur die Wortformen, die hier hinterlegt sind. Deshalb wird „Aktienrückkauf“ nicht auf „Aktie“ verlinkt und „Optionsschein“ nicht auf „Option“ – das sind andere Begriffe, und ein Verweis darauf wäre eine falsche Auskunft.