Unterstützungen und Widerstände sind Zonen, keine Linien. Sie entstehen dort, wo viele Anleger denselben Einstandskurs haben.
Manche Kursbereiche tauchen in einem Chart immer wieder auf: Der Kurs fällt bis dorthin und dreht, mehrfach, über Monate. Solche Bereiche heißen Unterstützung, wenn sie von oben angelaufen werden, und Widerstand, wenn von unten.
Warum es sie gibt
Die übliche Erklärung ist keine Chartmagie, sondern Verhalten. Wer bei 100 Euro gekauft hat und mitansehen musste, wie der Kurs auf 80 fiel, wartet auf die Rückkehr zu 100, um „mit einer Null“ herauszukommen. Steigt der Kurs dorthin, treffen diese Verkäufe auf den Markt. Bei 100 Euro entsteht Angebot – der Kurs kommt nicht durch.
Umgekehrt bei der Unterstützung: Wer sie beim letzten Mal verpasst hat, legt seine Kauforder dorthin. Bei Annäherung entsteht Nachfrage.
Der Rollentausch
Wird ein Widerstand nachhaltig überwunden, wird er der Erfahrung nach häufig zur Unterstützung – und umgekehrt. Die Erklärung ist dieselbe: Nach dem Ausbruch über 100 Euro sind die Wartenden bedient. Wer jetzt kauft, tut es über 100. Fällt der Kurs dorthin zurück, sind es diese Käufer, die nachlegen.
Woher Marken sonst noch kommen
- Runde Zahlen. 100, 1.000, 20.000 Punkte. Menschen legen Order auf runde Beträge, nicht auf 9.987.
- Alte Hochs und Tiefs. Sie sind für jeden im Chart sichtbar und werden deshalb von vielen gleich gelesen.
- Eröffnungslücken. Springt ein Kurs über Nacht, bleibt eine Lücke im Chart, die oft später wieder angelaufen wird.
- Viel gehandelte Kursbereiche. Wo über lange Zeit hohe Stückzahlen umgesetzt wurden, haben viele Anleger ihren Einstand.
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