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IM Invests

Technische Analyse

Trend, Trendlinie und Trendkanal

Aufwärts, abwärts, seitwärts – wie ein Trend definiert ist und wann er als gebrochen gilt.

8 Min. LesezeitBeobachtung

Ein Aufwärtstrend besteht aus höheren Hochs und höheren Tiefs. Fällt eines davon weg, ist er kein Aufwärtstrend mehr – unabhängig davon, wie der Kurs gerade aussieht.

„Der Trend ist dein Freund“ gehört zu den Sätzen, die jeder kennt und kaum jemand prüft. Dabei ist ein Trend nichts Vages, sondern eine Struktur, die sich aufschreiben lässt – und genau deshalb lässt sich auch sagen, wann sie endet.

Die Definition

  • Aufwärtstrend: Jedes neue Hoch liegt über dem vorigen Hoch, und jedes neue Tief über dem vorigen Tief.
  • Abwärtstrend: Jedes neue Tief liegt unter dem vorigen, und jedes neue Hoch ebenfalls.
  • Seitwärtstrend: Hochs und Tiefs liegen ungefähr auf gleicher Höhe. Der Kurs pendelt in einer Spanne.
Woran ein Trend endetEin schematischer Kursverlauf im Aufwärtstrend, in dem die Hoch- und Tiefpunkte markiert und nummeriert sind. Drei aufeinanderfolgende Hochs liegen jeweils höher als das vorige, ebenso die Tiefs dazwischen – das ist die Definition eines Aufwärtstrends. Eine Gerade durch die Tiefpunkte bildet die Trendlinie. Im rechten Teil bricht die Struktur: Das vierte Hoch bleibt unter dem dritten, und das darauffolgende Tief unterschreitet erstmals das vorherige Tief. Erst dieser zweite Schritt beendet den Trend, nicht schon der erste. Die Grafik zeigt damit, warum ein einzelner Kursrückgang keinen Trendbruch bedeutet: Solange ein Rücksetzer über dem letzten Tief endet, ist er eine Korrektur innerhalb des Trends.Trendlinie durch die TiefsH1H3H4T1T3T5Höhe des letzten Tiefsdarunter: Trend gebrochenHochpunkteTiefpunkte
Ein Aufwärtstrend endet nicht, wenn der Kurs fällt, sondern wenn ein Tief unter das vorige rutscht.

Wichtig ist die Reihenfolge: Der Trend endet nicht, wenn der Kurs einmal fällt. Er endet, wenn die Struktur bricht – wenn also ein Tief unter das vorherige Tief rutscht. Ein Kursrückgang, der über dem letzten Tief endet, ist eine Korrektur innerhalb des Trends.

Die Trendlinie

Eine Trendlinie verbindet im Aufwärtstrend die Tiefpunkte, im Abwärtstrend die Hochpunkte. Für eine Linie braucht es zwei Punkte; als bestätigt gilt sie erst mit dem dritten Berührungspunkt. Vorher ist es eine Gerade durch zwei beliebige Stellen – und durch zwei Punkte lässt sich immer eine Gerade legen.

Der Trendkanal

Zieht man parallel zur Trendlinie eine zweite Linie durch die Gegenseite, entsteht ein Trendkanal. Er beschreibt die Spanne, in der sich die Bewegung bisher abgespielt hat. Das ist zunächst eine reine Beschreibung. Zur Prognose wird sie erst durch die Annahme, dass die Spanne so bleibt – und das ist die Annahme, die regelmäßig nicht hält.

Wann gilt ein Trend als gebrochen

Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort, und das ist ein ehrlicheres Ergebnis als jede Faustregel. Üblich sind drei Filter, um kurze Fehlausbrüche auszusortieren:

  • Schlusskursregel – nur ein Schlusskurs jenseits der Linie zählt, kein kurzes Unterschreiten im Tagesverlauf.
  • Prozentfilter – der Bruch muss ein bestimmtes Maß überschreiten, oft zwei bis drei Prozent.
  • Zeitfilter – der Kurs muss mehrere Perioden jenseits der Linie schließen.

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