Methoden
Wie jede Kennzahl gerechnet wird
Für jede Zahl auf dieser Website: die Formel, woher die Daten kommen, auf welchen Stichtag sie sich bezieht – und was dabei bewusst weggelassen wird.
Abstand zum 52-Wochen-Hoch
Wie weit ist es von hier bis zum höchsten Kurs der letzten zwölf Monate?
- Formel
(Kurs − Hoch) ÷ Hoch × 100- Datengrundlage
- Tagesschlusskurse der letzten 366 Kalendertage, plus der angezeigte Kurs
- Stichtag
- Rollierend: gezählt wird ab dem Bezugstag zurück, nach Datum und nicht nach Anzahl der Punkte. Ein Feiertag verschiebt das Fenster deshalb nicht.
- Beispiel
- Kurs 90, Jahreshoch 100−10,0 %
- Was dabei wegfällt
- Zwölf Monate sind eine Konvention, keine Eigenschaft des Marktes. Ein Wert, der vor dreizehn Monaten höher stand, sieht hier aus, als stünde er am Hoch.
- Der angezeigte Kurs zählt beim Bilden des Hochs mit. Ohne das könnte ein laufender Kurs über dem Jahreshoch liegen und der „Abstand nach unten" wäre positiv.
- Dividenden bleiben außen vor – gerechnet wird auf Kursbasis, nicht auf Gesamtrendite.
Gerechnet in lib/jahresspanne.ts, Funktion abstandZumHoch(). Zu sehen bei 52 Wochen.
Position in der Zwölfmonatsspanne
Wo steht der Kurs zwischen Jahrestief und Jahreshoch?
- Formel
(Kurs − Tief) ÷ (Hoch − Tief) × 100- Datengrundlage
- Dieselben Schlusskurse wie beim Abstand zum Hoch
- Stichtag
- Rollierend über zwölf Monate, wie oben
- Beispiel
- Kurs 90, Spanne 85 bis 10033 %
- Was dabei wegfällt
- Fallen Hoch und Tief zusammen, gibt es keine Spanne. Dann steht ein Strich statt einer Zahl – „100 %" wäre über einen Wert mit einem einzigen bekannten Kurs schlicht falsch.
- Die Position sagt nichts über den Weg dorthin: Ein Titel, der die Spanne dreimal durchlaufen hat, sieht aus wie einer, der ruhig gestiegen ist.
Gerechnet in lib/jahresspanne.ts, Funktion spannenPosition(). Zu sehen bei 52 Wochen.
Wie alt eine Zahl ist
Darf ich dieser Zahl heute noch trauen?
- Formel
Bei Kursen: verpasste Handelsschlüsse seit dem Stand. Bei Statistiken: Tage gegen den Veröffentlichungstakt.- Datengrundlage
- Der Zeitstempel der Zahl und die Handelszeiten ihres Handelsplatzes
- Stichtag
- Die Uhr des Besuchers, nicht die des Bauens. Eine beim Bau gerechnete Ampel stünde für immer auf Grün.
- Beispiel
- Stand 1. Juni, Quelle liefert monatlich, heute der 17. August77 Tage alt – „älter"
- Was dabei wegfällt
- Börsenfeiertage sind nicht hinterlegt. Nach einem Feiertag zählt die Rechnung eine Sitzung zu viel – lieber einmal zu oft gefragt als eine tote Zahl, die aussieht wie eine lebende.
- Für Krypto, Devisen und Rohstoffe gibt es keinen Handelsschluss. Dort urteilt die Ampel nach Tagen und sagt das dazu.
- Die Grenzen sind weit: das Doppelte des Takts, mindestens eine Woche. Eine Meldung, die grundlos anschlägt, wird abgeschaltet.
Gerechnet in lib/datenstand.ts, Funktion beurteile(). Zu sehen bei Marktstimmung.
Marktbreite
Steigt der Markt in der Breite oder tragen ihn wenige Werte?
- Formel
Anteil der Werte über ihrem gleitenden Durchschnitt, in Prozent- Datengrundlage
- Alle Einzelreihen mit echten Kursen
- Stichtag
- Der jüngste gemeinsame Handelstag der einbezogenen Reihen
- Beispiel
- Acht Reihen, fünf davon über ihrem Durchschnitt63 %
- Was dabei wegfällt
- Ungewichtet: Ein Konzern mit einer Billion Börsenwert zählt wie ein mittelständischer Zulieferer. Genau das ist der Punkt – gewichtet wäre es wieder der Index.
- Reihen ohne echte Kurse zählen nicht mit, statt mit einem geschätzten Wert einzugehen.
Gerechnet in lib/stimmungsindex.ts, Funktion marktbreite(). Zu sehen bei Marktstimmung.
Umrechnung auf die Skala 0 bis 100
Wie wird aus einer Messgröße ein Wert zwischen Angst und Gier?
- Formel
(Wert − beiNull) ÷ (beiHundert − beiNull) × 100, begrenzt auf 0…100- Datengrundlage
- Die jeweilige Messgröße – Abstand zum Trend, Schwankung, Marktbreite
- Stichtag
- Derselbe wie bei der Messgröße
- Beispiel
- Wert 5, Skala von −10 (Angst) bis +10 (Gier)75
- Was dabei wegfällt
- Die beiden Ankerwerte sind gesetzt, nicht gemessen. Sie bestimmen, ab wann etwas als „viel" gilt, und eine andere Wahl ergäbe eine andere Zahl.
- Werte außerhalb der Anker werden gekappt statt extrapoliert – jenseits der Skala ist „sehr viel" keine feinere Auskunft mehr.
Gerechnet in lib/stimmungsindex.ts, Funktion aufSkala(). Zu sehen bei Marktstimmung.
Gleitender Durchschnitt
Wo liegt der Kurs im Verhältnis zu seinem eigenen Verlauf?
- Formel
Mittel der letzten n Schlusskurse- Datengrundlage
- Tagesschlusskurse der Reihe
- Stichtag
- Der letzte Punkt der Reihe
- Beispiel
- Fünf Schlusskurse: 100, 102, 98, 104, 106102,0
- Was dabei wegfällt
- Ungewichtet: Der Kurs von vor hundert Tagen zählt so viel wie der von gestern. Ein exponentiell gewichteter Durchschnitt reagiert schneller und schwankt mehr – beides ist vertretbar, hier steht das einfachere.
- Handelstage, keine Kalendertage. „50 Tage" sind rund zehn Wochen.
Gerechnet in lib/stimmungsindex.ts, Funktion gleitenderDurchschnitt(). Zu sehen bei Marktstimmung.
Median statt Mittelwert
Was ist der typische Wert, wenn einzelne Ausreißer das Bild verzerren?
- Formel
Der mittlere Wert der sortierten Reihe; bei gerader Anzahl das Mittel der beiden mittleren- Datengrundlage
- Die jeweilige Wertereihe
- Stichtag
- Derselbe wie bei der Reihe
- Beispiel
- Werte 10, 12, 14, 90013,0
- Was dabei wegfällt
- Der Median verschweigt die Verteilung: Ob die Werte dicht beieinanderliegen oder weit streuen, ist ihm nicht anzusehen.
- Er wird dort genommen, wo einzelne Ausreißer den Mittelwert verzerren würden – ein Mittelwert kann nichts finden, was er verdünnt.
Gerechnet in lib/marktbreite.ts, Funktion median(). Zu sehen bei Marktstimmung.
Was aus 1.000 € geworden wäre
Wie hätte sich ein Betrag entwickelt, den jemand damals angelegt hätte?
- Formel
Betrag ÷ Kurs am Starttag × Kurs am Endtag- Datengrundlage
- Die Fünfjahresreihe des Instruments
- Stichtag
- Der erste Punkt der Reihe als Start, der letzte als Ende
- Beispiel
- 1.000 € bei Kurs 100, heute Kurs 1801.800 €
- Was dabei wegfällt
- Ohne Kosten, Steuern und Währungseffekte. Ein echter Kauf hätte Ordergebühren, Spread und je nach Titel Quellensteuer gekostet.
- Ohne Dividenden – gerechnet wird auf Kursbasis. Bei ausschüttenden Titeln liegt die tatsächliche Rendite darüber.
- Ein einziger Starttag. Wer eine Woche früher gekauft hätte, bekäme ein anderes Ergebnis; das ist keine Eigenschaft des Titels, sondern des Stichtags.
Gerechnet in lib/rueckblick.ts, Funktion einmalanlage(). Zu sehen bei Einzelne Instrumente.
Kaufen oder mieten
Wie stark müsste die Immobilie steigen, damit der Kauf aufgeht?
- Formel
Vermögen Kauf = Immobilienwert − Restschuld; Vermögen Miete = Depot − Steuer, bei gleichem Geldabfluss- Datengrundlage
- Ausschließlich Eingaben – Kaufpreis, Nebenkosten, Zins, Miete, Renditen
- Stichtag
- Kein Stichtag: eine Vorausrechnung. Gerechnet wird monatlich, weil die Kreditrate monatlich anfällt.
- Beispiel
- 400.000 € Kaufpreis, 100.000 € Eigenkapital, 1.200 € Miete, 20 Jahre2,46 % Wertsteigerung nötig
- Was dabei wegfällt
- Der Mieter legt in jedem Monat die Differenz zu den Ausgaben des Käufers an – ohne diese Gleichstellung verglichen man einen Sparer mit einem Nicht-Sparer.
- Die Wertsteigerung ist die unsicherste Annahme und zugleich die wirksamste. Deshalb wird nicht „lohnt sich" ausgegeben, sondern die Wertsteigerung, ab der es aufgeht.
- Der Depotgewinn wird mit Abgeltungsteuer belegt, der Wertzuwachs der selbstgenutzten Immobilie nicht. Diese Asymmetrie ist echt und verschiebt das Ergebnis erheblich.
- Ohne Anschlussrisiko, ohne Verkaufskosten, ohne Sonderumlage – und ohne alles, was keine Geldfrage ist: Eigenbedarf, Umzugsfreiheit, der Wunsch zu bleiben.
Gerechnet in lib/kaufen-mieten.ts, Funktion vergleicheKaufMiete(). Zu sehen bei Kaufen oder mieten.
Kaufkraft zweier Jahre
Was sind 100 € von damals heute wert – und was davon ist der Wechselkurs?
- Formel
Betrag × Preisindex(Zieljahr) ÷ Preisindex(Ausgangsjahr)- Datengrundlage
- Eurostat: Verbraucherpreisindex Deutschland (prc_hicp_aind) und Euro-Referenzkurse (ert_bil_eur_a), beide als Jahresdurchschnitt
- Stichtag
- Jahresdurchschnitte, keine Tagesstände – „100 € von 2015" hat kein Datum, und ein Kurs vom Mai wäre eine Scheingenauigkeit.
- Beispiel
- 100 € von 2015, verglichen mit 2025131,90 €
- Was dabei wegfällt
- Ein durchschnittlicher Warenkorb. Wer überdurchschnittlich viel für Miete oder Energie ausgibt, hat eine andere persönliche Teuerungsrate – nach oben wie nach unten.
- Die Umrechnung sagt, wie viele Dollar man bekommt, nicht was man dafür bekommt. Dafür bräuchte es den Preisindex des jeweiligen Landes.
- Vor 1999 sind die Wechselkurse Kurse der ECU, der Rechnungseinheit, aus der der Euro hervorgegangen ist.
- Die Reihen enden mit dem letzten vollständigen Jahr; einen halben Jahresdurchschnitt auszuweisen wäre falsch beschriftet.
Gerechnet in lib/kaufkraft.ts, Funktion vergleiche(). Zu sehen bei Kaufkraftrechner.
Höhe des Notgroschens
Wie viele Monatsausgaben muss der Puffer tragen?
- Formel
(3 + Summe der Beiträge) × Monatsausgaben, gedeckelt auf 2 bis 24 Monate- Datengrundlage
- Ausschließlich Eingaben – Beschäftigung, Zahl der Einkommen, Ausgaben, Fixkostenanteil, Unterhaltspflichten
- Stichtag
- Kein Stichtag: eine Einschätzung der Lage, keine Messung.
- Beispiel
- selbstständig, ein Einkommen, 2.400 € Ausgaben davon 75 % fix, ein Kind10–13 Monatsausgaben
- Was dabei wegfällt
- Die Zu- und Abschläge sind begründete Größenordnungen, keine Messungen. Es gibt keine Untersuchung, aus der „selbstständig = plus drei Monate" folgt – belegbar ist die Richtung, nicht die Höhe.
- Gerechnet wird an den Ausgaben, nicht am Gehalt. „Drei Monatsgehälter" nimmt die falsche Bezugsgröße: Entscheidend ist, wie lange jemand ohne Einkommen zurechtkommt.
- Zwei Einkommen zählen nur als zwei, solange sie nicht am selben Arbeitgeber oder derselben Branche hängen.
- Nicht enthalten: bestehende Schulden, absehbare große Ausgaben, Gesundheitszustand, Reparaturstau an einer eigenen Immobilie. Jeder Punkt spricht für mehr.
Gerechnet in lib/notgroschen.ts, Funktion notgroschen(). Zu sehen bei Notgroschen-Rechner.
Reichweite eines Entnahmeplans
Wie lange trägt ein Kapital, aus dem monatlich entnommen wird?
- Formel
Kapitalₜ = Kapitalₜ₋₁ × (1 + realer Zins) − Entnahme- Datengrundlage
- Ausschließlich Eingaben – Kapital, Entnahme, Rendite, Inflationsrate
- Stichtag
- Kein Stichtag: eine Vorausrechnung, keine Messung. Gerechnet wird in ganzen Jahren, erst die Rendite, dann die Entnahme.
- Beispiel
- 500.000 €, 2.000 €/Monat, 5 % Rendite, 2 % Inflation33 Jahre
- Was dabei wegfällt
- Die Entnahme steigt jedes Jahr mit der Inflation – gerechnet wird deshalb mit dem realen Zins, dem Quotienten aus Rendite und Teuerung, nicht ihrer Differenz.
- Eine feste Rendite je Jahr. Genau die gibt es nicht, und für jemanden, der entnimmt, zählt die Reihenfolge der Jahre: Schwache Jahre am Anfang wirken stärker als dieselben Jahre am Ende.
- Entnommen wird rechnerisch am Jahresende. Wer monatlich entnimmt, nimmt im Schnitt ein halbes Jahr früher heraus – über dreißig Jahre etwa ein halbes bis ein Jahr Reichweite.
- Ohne Steuern und Produktkosten. Die Abgeltungsteuer hängt am Einstandskurs, den diese Rechnung nicht kennt.
Gerechnet in lib/entnahme.ts, Funktion entnahmeplan(). Zu sehen bei Entnahmeplan.
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