Rechner
Kaufen oder mieten: der Vollkostenvergleich
„Die Rate ist so hoch wie die Miete“ beantwortet die Frage nicht. In der Rate steckt Tilgung, in der Miete keine Instandhaltung – und beide verschweigen die Nebenkosten und das Eigenkapital, an denen sich die Sache entscheidet.
Eingaben
Grunderwerbsteuer (3,5 bis 6,5 % je Bundesland), Notar und Grundbuch (rund 2 %), Makler (bis 3,57 %). Dieses Geld ist am Tag des Kaufs ausgegeben.
Beim Kaufen fließt es in Immobilie und Nebenkosten, beim Mieten ins Depot. Genau dieser Unterschied entscheidet mit.
Rücklage für Dach, Heizung, Fenster – plus Grundsteuer und nicht umlegbares Hausgeld. Ein bis anderthalb Prozent sind der übliche Ansatz; in der Miete sind diese Posten enthalten.
Die unsicherste Annahme des ganzen Rechners. Deshalb steht oben, wie hoch sie sein müsste, damit sich der Kauf gerade lohnt.
Ohne Nebenkosten – die zahlt der Eigentümer genauso.
Was das Eigenkapital und die monatliche Differenz im Depot bringen. Die Gewinne werden am Ende mit Abgeltungsteuer belegt – der Wertzuwachs der selbstgenutzten Immobilie nicht.
Ergebnis
Damit sich der Kauf lohnt, müsste die Immobilie steigen um
0,02 % im Jahr
Sie haben 0,02 % angenommen. Das sind 0,46 Prozentpunkte zu wenig – nach 20 Jahren steht das Mieten besser da.
Vermögen nach 20 Jahren
Beide Wege geben in jedem Monat gleich viel aus: Der Mieter legt die Differenz zu den Ausgaben des Käufers an. Ohne diese Gleichstellung verglichen man einen Sparer mit einem Nicht-Sparer.
- Kaufen: Immobilie minus Restschuld
- 457.611 €
- Mieten: Depot nach Steuern
- 513.102 €
Unterschied: 55.491 € für das Mieten.
Was in „Rate gegen Miete“ nicht vorkommt
- Kaufnebenkosten
- 40.000 €
- Zinsen über den Zeitraum
- 191.168 €
- Instandhaltung
- 96.000 €
Am Tag des Kaufs ausgegeben. Sie stecken nicht in der Immobilie – der Wert muss sie erst wieder aufholen.
Der Teil der Rate, der kein Sparen ist.
In der Kaltmiete enthalten, beim Eigentum nicht.
- Darlehen
- 340.000 €
- Ausgaben je Monat
- 2.043 €
- Steuer auf den Depotgewinn
- 97.649 €
Kaufpreis plus Nebenkosten minus Eigenkapital.
Rate plus Instandhaltung – die Zahl, an der sich der Mieter misst.
Fällt beim Mieter an. Der Wertzuwachs der selbstgenutzten Immobilie bleibt steuerfrei.
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Jeder Schritt mit den Zahlen, die oben eingetragen sind. Wer möchte, kann das mit dem Taschenrechner nachvollziehen – dann muss man dieser Seite an dieser Stelle nicht glauben.
- 1
Die Kaufnebenkosten
Kaufpreis × Nebenkostensatz
400.000 € × 0,1 % 40.000 €
Am Tag des Kaufs ausgegeben. Wer am nächsten Tag zum selben Preis verkauft, hat diesen Betrag verloren – er steckt nicht in der Immobilie.
- 2
Das Darlehen
Kaufpreis + Nebenkosten − Eigenkapital
400.000 € + 40.000 € − 100.000 € 340.000 €
- 3
Was der Käufer im Monat ausgibt
Kreditrate + Instandhaltung je Monat
Rate + 400.000 € × 0,01 % ÷ 12 2.043 € je Monat
An dieser Zahl misst sich der Mieter: Er zahlt Miete und legt die Differenz an. Beide geben also gleich viel aus.
- 4
Vermögen beim Kaufen nach 20 Jahren
Immobilienwert − Restschuld
594.379 € − 136.768 € 457.611 €
- 5
Vermögen beim Mieten nach 20 Jahren
Depotwert − Abgeltungsteuer auf den Gewinn
610.752 € − 97.649 € 513.102 €
Das Depot beginnt mit dem Eigenkapital, das der Käufer in die Immobilie gesteckt hat, und bekommt jeden Monat die Differenz. Der Gewinn wird versteuert – der Wertzuwachs der selbstgenutzten Immobilie nicht.
Die notwendige Wertsteigerung oben wird durch Intervallhalbierung gesucht – sie lässt sich nicht in einer Zeile hinschreiben.
Methodik
Methodik offengelegt
Warum bei gleichem Geldabfluss verglichen wird
Weil ein Vergleich, in dem eine Seite mehr ausgibt als die andere, sein Ergebnis schon vorher kennt. Der Mieter legt hier in jedem Monat die Differenz zu den Ausgaben des Käufers an; ist die Miete höher, entnimmt er sie dem Depot. Beide geben also gleich viel aus, und verglichen wird, was am Ende jedem gehört.
Vermögen Kauf = Immobilienwert − Restschuld · Vermögen Miete = Depot − Steuer auf den Gewinn
Der Käufer startet mit Immobilie und Schulden, der Mieter mit dem Eigenkapital im Depot. Gerechnet wird monatlich, weil die Kreditrate monatlich anfällt.
Die beiden Posten, an denen es hängt
Die Kaufnebenkosten – Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, oft Makler – sind am Tag des Kaufs ausgegeben. Sie stecken nicht in der Immobilie: Wer am nächsten Tag zum selben Preis verkauft, hat sie verloren. Bei 400.000 € Kaufpreis sind zehn Prozent 40.000 €, die der Wert erst wieder aufholen muss – und die, wenn sie mitfinanziert werden, zwanzig Jahre lang Zinsen kosten.
Die Opportunität des Eigenkapitals ist der zweite. Wer 100.000 € anzahlt, hat sie nicht mehr angelegt. Was sie in einem Depot geworden wären, fehlt der Kaufseite – diese Zahl steht in keinem Maklerprospekt und in keiner Überschlagsrechnung am Küchentisch.
Die Steuer steht auf einer Seite
Der Gewinn aus dem Depot wird mit Abgeltungsteuer belegt. Der Wertzuwachs einer selbstgenutzten Immobilie nicht – bei Eigennutzung von Anfang an, bei Vermietung nach zehn Jahren. Diese Asymmetrie ist echt, und sie verschiebt das Ergebnis um mehrere zehntausend Euro. Sie wegzulassen wäre bequemer und würde das Mieten besserstellen, als es steht.
Grenzen dieses Rechners
Passende Grundlagen
Die Theorie hinter diesem Rechner – ausführlich erklärt.
- ImmobilienEine Immobilie ist unteilbar, illiquide und wird fast immer auf Kredit gekauft. Jede dieser drei Eigenschaften verändert die Rechnung.
- Schulden & KreditEin Kredit ist Zinseszins mit umgekehrtem Vorzeichen – meist zu einem Satz, den keine Geldanlage verlässlich erreicht.
- InflationInflation ist der stille Posten in jeder Geldanlage: Sie steht auf keinem Kontoauszug und wirkt trotzdem jedes Jahr.
Weitere Rechner
- KreditrechnerAnnuitätendarlehen: Rate, Laufzeit, Zinskosten und Restschuld.
- BewertungsrechnerRückwärts gerechnet: das im KGV eingepreiste Gewinnwachstum.
- ZinsrechnerZinseszins mit Sparplan – inklusive Aufteilung in Einzahlungen und Erträge.
- KostenrechnerWas zwei Kostenquoten bei gleicher Rendite auseinanderbringt.
- SteuerrechnerAbgeltungsteuer, Teilfreistellung, Freibetrag und Vorabpauschale.
- VermögensübersichtBesitz und Schulden erfassen, Nettovermögen ermitteln, Bogen herunterladen.
- InflationsrechnerKaufkraftverlust und benötigter Betrag über beliebige Zeiträume.
- RentenrechnerRentenpunkte, Bruttorente und geschätzte Nettorente auf einen Blick.
- RentenlückeMonatliche Lücke, nötiges Kapital und die dafür erforderliche Sparrate.
- HaushaltsrechnerEinnahmen, Ausgaben, Sparquote und Notgroschen-Ziel.
- Sparplan am echten VerlaufSparplan an echten Kursen gegen dieselbe Rendite ohne Schwankung.
- Kaufkraft und WechselkursKaufkraft und Wechselkurs getrennt, aus gemessenen Jahresreihen.
- NotgroschenBegründete Spanne für den Notgroschen statt pauschaler Faustregel.
- EntnahmeplanReichweite eines Kapitals bei monatlicher Entnahme, inflationsbereinigt.
- DepotanalyseGewichtung nach Anlageart, Branche, Land und Währung – samt Klumpenrisiko.