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Rechner

Bewertungsrechner: Welches Gewinnwachstum ist im Kurs eingepreist?

Statt eines Kursziels rechnet dieser Rechner rückwärts: Welches Gewinnwachstum müsste ein Unternehmen liefern, damit sich der heutige Kurs lohnt? Aus dem KGV wird die Wette sichtbar, die im Preis steckt.

Eingaben

Kurs geteilt durch Jahresgewinn je Aktie – steht auf jeder Aktienseite dieser Website. Bei Verlust gibt es kein KGV und keine Rechnung.

Wie lange das Wachstum durchgehalten werden müsste. Zehn Jahre sind der übliche Rahmen solcher Modelle.

Die Rendite, die du für das Risiko verlangst. Acht Prozent entsprechen grob der langfristigen Aktienmarktrendite.

Zu welchem Vielfachen der Gewinn am Ende noch bewertet wird – die Annahme, wie gewöhnlich das Unternehmen dann ist. 15 ist der historische Marktdurchschnitt.

Ergebnis

Eingepreistes Gewinnwachstum

+8,00 % pro Jahr

So stark müsste der Gewinn 10 Jahre lang jedes Jahr wachsen, damit ein Käufer zum heutigen KGV von 25,0 genau seine 8,0 Prozent Rendite bekommt.

Zum Vergleich: Ganz ohne Gewinnwachstum wäre bei denselben Annahmen ein KGV von 13,7 gerechtfertigt. Alles darüber ist bezahltes Zukunftsvertrauen – die Frage an dich ist nicht, ob das Unternehmen gut ist, sondern ob es so viel besser ist.

Wie stark das Ergebnis an den Annahmen hängt

Abzinsung ↓ / End-KGV →101520
6 %+9,05 %+6,00 %+3,73 %
8 %+11,10 %+8,00 %+5,69 %
10 %+13,16 %+10,00 %+7,64 %

Dasselbe KGV, neun Antworten: Das eingepreiste Wachstum je nach Abzinsung und End-KGV. Dass die Spanne so breit ist, ist keine Schwäche der Tafel, sondern die Wahrheit über solche Modelle – und der Grund, warum hier kein Kursziel steht.

Methodik

Methodik offengelegt

So wird gerechnet

Das Modell nimmt an, dass der Gewinn je Aktie über den gewählten Zeitraum mit konstanter Rate wächst. Jeder Jahresgewinn wird mit der Abzinsung auf heute umgerechnet; am Ende wird das erreichte Gewinnniveau zum End-KGV bewertet und ebenfalls abgezinst. Die Summe ist das KGV, das ein solches Wachstum rechtfertigen würde.

gerechtfertigtes KGV = Σ (1+g)ᵗ ÷ (1+r)ᵗ + End-KGV × (1+g)ⁿ ÷ (1+r)ⁿ

g ist das jährliche Gewinnwachstum, r die Abzinsung, n der Zeitraum. Kurs und Gewinn kürzen sich zum KGV – deshalb braucht die Rechnung keine Währung und keinen Einzelkurs.

Der Rechner läuft rückwärts: Er sucht per Intervallhalbierung das Wachstum g, bei dem das gerechtfertigte KGV genau dem eingegebenen entspricht. Weil mehr Wachstum immer ein höheres KGV rechtfertigt, gibt es höchstens eine Lösung. Liegt sie außerhalb von −50 bis +60 Prozent je Jahr, meldet der Rechner das, statt eine Zahl zu erfinden.

Warum kein Kursziel? Vorwärts gerechnet hinge das Ergebnis an denselben weichen Annahmen, sähe aber wie eine Präzisionsangabe aus. Rückwärts wird aus den Annahmen eine überprüfbare Aussage über den Preis: „Dieses KGV bezahlt so viel Wachstum.“ Ob das Unternehmen es liefern kann, ist die eigentliche Frage – und sie gehört dir, nicht dem Rechner.

Grenzen dieses Rechners