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Technische Analyse

Gleitende Durchschnitte: SMA und EMA

Der Rechenweg, der Unterschied zwischen einfach und exponentiell, und was Kreuzungen taugen.

9 Min. LesezeitRechenweg

Ein gleitender Durchschnitt glättet den Kurs, indem er ihm hinterherläuft. Diese Verzögerung ist kein Fehler, sondern der Preis für die Glättung.

Ein Kursverlauf ist unruhig. Der gleitende Durchschnitt ist der einfachste Versuch, aus dieser Unruhe eine Linie zu machen: Statt des Tageskurses wird der Mittelwert der letzten Tage gezeichnet.

Der einfache Durchschnitt (SMA)

SMA(n) = (K₁ + K₂ + … + Kₙ) ÷ n

K sind die letzten n Schlusskurse. Beim 200-Tage-SMA werden die letzten 200 Schlusskurse addiert und durch 200 geteilt. Jeden Tag fällt der älteste Kurs heraus und der neue kommt hinzu – daher „gleitend“.

Jeder Kurs zählt gleich viel. Der Kurs von vor 200 Tagen hat dasselbe Gewicht wie der von gestern. Das ist die Stärke – die Linie ist ruhig – und zugleich die Schwäche: Ein Kurssprung wirkt sich verzögert aus, und er wirkt sich ein zweites Mal aus, wenn er 200 Tage später aus dem Fenster herausfällt.

Der exponentielle Durchschnitt (EMA)

EMA_heute = K_heute × α + EMA_gestern × (1 − α), α = 2 ÷ (n + 1)

Der neue Wert ist eine Mischung aus dem heutigen Kurs und dem gestrigen Durchschnitt. Beim 20-Tage-EMA ist α = 2 ÷ 21 ≈ 0,095: Der heutige Kurs geht zu rund 9,5 Prozent ein, der bisherige Verlauf zu 90,5 Prozent.

Der EMA gewichtet neuere Kurse stärker. Er reagiert schneller und läuft dem Kurs näher – dafür ist er unruhiger und meldet häufiger Bewegungen, die keine sind. Anders als beim SMA fällt kein Kurs jemals ganz heraus; sein Einfluss wird nur immer kleiner.

Wie stark ein Durchschnitt nachläuftEin schematischer Kursverlauf mit einem Anstieg, einem scharfen Einbruch und einer Erholung. Darüber liegen zwei geglättete Linien über dieselbe Periode: der einfache Durchschnitt, der alle Kurse gleich gewichtet, und der exponentielle, der neuere Kurse stärker gewichtet. Beide folgen dem Kurs mit Verzögerung, aber unterschiedlich stark: Am Einbruch dreht die exponentielle Linie früher nach unten und liegt danach näher am Kurs, während die einfache Linie länger oben bleibt und flacher verläuft. Der Preis für die schnellere Reaktion ist Unruhe – die exponentielle Linie folgt auch kleinen Bewegungen, die keine Bedeutung haben. Die Verzögerung beider Linien ist kein Fehler der Rechnung, sondern ihr Zweck: Wer glätten will, muss Vergangenheit mitnehmen.Wendepunkt des Kursesbeide Linien drehen später – die exponentielle früherKursexponentiell (EMA)einfach (SMA)
Beide laufen dem Kurs hinterher. Der exponentielle Durchschnitt reagiert früher – und meldet dafür häufiger etwas, das keine Bewegung war.

Welche Periode

Gebräuchliche Einstellungen und wofür sie stehen.
PeriodeÜblich fürVerhalten
20 Tagekurzfristig, etwa ein Handelsmonatnah am Kurs, viele Signale
50 Tagemittelfristig, gut zwei Handelsmonateausgeglichen
200 Tagelangfristig, gut ein Dreivierteljahrträge, gilt als Trendmaß

Kreuzungen

Schneidet eine kurze Linie eine lange von unten nach oben, heißt das goldenes Kreuz; umgekehrt Todeskreuz. Meist gemeint sind der 50- und der 200-Tage-Durchschnitt.

SMA
alle Kurse gleich gewichtet
EMA
neuere Kurse stärker gewichtet
Glättungsfaktor
α = 2 ÷ (n + 1)
Gemeinsame Eigenschaft
Beide laufen dem Kurs hinterher

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