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Technische Analyse

MACD: Abstand zweier Durchschnitte

Wie der Indikator gerechnet wird, was Signallinie und Histogramm zeigen und wo er versagt.

8 Min. LesezeitRechenweg

Der MACD misst den Abstand zwischen einem schnellen und einem langsamen Durchschnitt. Er ist damit ein Maß für die Beschleunigung – nicht für die Richtung.

Der MACDMoving Average Convergence Divergence – wurde Ende der 1970er Jahre von Gerald Appel entwickelt. Der sperrige Name beschreibt genau, was er tut: Er misst, ob zwei gleitende Durchschnitte aufeinander zulaufen oder auseinanderdriften.

Der Rechenweg

MACD = EMA(12) − EMA(26) Signallinie = EMA(9) des MACD Histogramm = MACD − Signallinie

Drei Zahlen, in der Standardeinstellung 12, 26 und 9 Perioden. Die MACD-Linie ist die Differenz zweier exponentieller Durchschnitte, die Signallinie deren Glättung, das Histogramm der Abstand zwischen beiden.

Der MACD unter dem KursZwei übereinanderliegende Darstellungen desselben Zeitraums. Oben ein schematischer Kursverlauf mit Anstieg, Gipfel und Rückgang. Unten der daraus abgeleitete MACD: die MACD-Linie als Differenz zweier exponentieller Durchschnitte, die geglättete Signallinie und das Histogramm als Balken um die Nulllinie, das den Abstand zwischen beiden Linien zeigt. Zwei Stellen sind markiert: Wo die MACD-Linie die Signallinie von unten kreuzt, wechseln die Balken von negativ auf positiv – das ist das übliche Signal. Am Gipfel ist zu sehen, dass die Balken bereits schrumpfen, während der Kurs noch steigt: Die Bewegung verliert an Beschleunigung, bevor sie die Richtung wechselt. Genau darin liegt der Nutzen und zugleich die Schwäche des Indikators – dieselbe Beobachtung tritt auch auf, wenn der Kurs anschließend weitersteigt.KursKreuzungBalken schrumpfen bereitsMACDMACD-LinieSignallinieHistogramm: Abstand beider
Der MACD misst die Beschleunigung, nicht die Richtung. Das Histogramm dreht vor den Linien – manchmal zu Recht, oft zu früh.

Was die drei Teile zeigen

  • MACD über null: Der schnelle Durchschnitt liegt über dem langsamen – der Kurs ist zuletzt gestiegen.
  • MACD steigend: Der Abstand wächst, die Bewegung beschleunigt sich.
  • MACD kreuzt die Signallinie: Die Beschleunigung hat sich gedreht. Das ist das eigentliche Signal, das die meisten meinen.
  • Histogramm: Dasselbe als Balken. Es wird kleiner, bevor sich die Linien kreuzen – deshalb gilt es als früher Hinweis.

Divergenz

Als aussagekräftigster Fall gilt die Divergenz: Der Kurs macht ein neues Hoch, der MACD aber nicht. Die Lesart lautet, dass die Bewegung an Kraft verliert, obwohl der Kurs noch steigt.

Wo der MACD versagt

Der MACD besteht aus zwei nachlaufenden Durchschnitten und läuft deshalb selbst nach. In einem klaren Trend ist er brauchbar zur Beschreibung. In einer Seitwärtsphase kreuzt er ständig und erzeugt eine Folge von Signalen, von denen die meisten sofort wieder aufgehoben werden.

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