Volatilität sagt nichts über die Richtung, aber viel über das Risiko. Wer weiß, wie stark ein Wert üblicherweise schwankt, kann seine Positionsgröße daran ausrichten.
Die meisten Indikatoren versuchen, die Richtung vorherzusagen. Die beiden hier tun das nicht: Sie messen, wie stark ein Kurs schwankt. Genau deshalb sind sie der Teil der technischen Analyse, der am wenigsten umstritten ist.
Bollinger-Bänder
Mitte = SMA(20) Oberes Band = SMA(20) + 2 × Standardabweichung Unteres Band = SMA(20) − 2 × Standardabweichung
Um einen 20-Tage-Durchschnitt wird ein Schlauch gelegt, dessen Breite sich nach der Streuung der letzten 20 Kurse richtet. Schwankt der Kurs stark, weitet sich der Schlauch; wird es ruhig, zieht er sich zusammen.
Bei einer Normalverteilung lägen rund 95 Prozent aller Werte innerhalb von zwei Standardabweichungen. Kursverteilungen sind aber nicht normal: Extreme kommen deutlich häufiger vor, als die Rechnung erwarten lässt. Die Bänder sind also eine Orientierung, keine Grenze.
Die Enge vor der Bewegung
Die bekannteste Beobachtung an den Bändern ist der Squeeze: Ziehen sie sich stark zusammen, war es zuletzt ungewöhnlich ruhig. Auf ruhige Phasen folgen statistisch eher bewegte – Volatilität tritt in Häufungen auf. Was die Enge nicht verrät, ist die Richtung des kommenden Ausbruchs.
Average True Range
True Range = größter Wert aus: Hoch − Tief |Hoch − Schluss der Vorperiode| |Tief − Schluss der Vorperiode|
Die ATR ist der geglättete Durchschnitt dieser Spanne über meist 14 Perioden. Dass auch der Vortagesschluss eingeht, hat einen Grund: Springt ein Kurs über Nacht, ist die Tagesspanne klein, die tatsächliche Bewegung aber groß.
- Bollinger-Bänder
- SMA(20) ± 2 Standardabweichungen
- ATR
- geglättete Spanne über 14 Perioden
- Beide sagen
- wie stark – nicht wohin
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