Volumen bestätigt keine Richtung, sondern Beteiligung. Ein Ausbruch bei geringem Umsatz bedeutet, dass kaum jemand mitgegangen ist.
Der Kurs sagt, worauf man sich geeinigt hat. Das Volumen sagt, über wie viele Stücke. Beides zusammen ist mehr als eines allein – und Volumen ist die einzige Größe neben dem Kurs, die die technische Analyse überhaupt kennt.
Die Grundregeln
- Steigende Kurse bei steigendem Volumen gelten als gesund: Die Bewegung wird getragen.
- Steigende Kurse bei fallendem Volumen gelten als Warnzeichen: Es steigen immer weniger mit.
- Ausbruch über eine Marke bei hohem Volumen gilt als glaubwürdiger als einer bei geringem.
- Sehr hohes Volumen nach langer Bewegung kann eine Erschöpfung anzeigen – die letzten Zögernden steigen ein.
On-Balance-Volume
OBV_heute = OBV_gestern + Volumen (wenn der Kurs gestiegen ist) OBV_heute = OBV_gestern − Volumen (wenn er gefallen ist)
Eine laufende Summe: Das Tagesvolumen wird addiert, wenn der Kurs stieg, und abgezogen, wenn er fiel. Der absolute Wert ist bedeutungslos – interessant ist nur, ob die Linie steigt oder fällt.
Wo Volumen nichts aussagt
- Devisen. Der Devisenhandel läuft nicht über eine zentrale Börse. Ein Gesamtvolumen für EUR/USD gibt es nicht; Charts zeigen dort nur die Umsätze des jeweiligen Anbieters.
- Verfallstage. An Terminmarkt-Verfallstagen schnellt das Volumen hoch, weil Positionen gerollt werden. Mit der Meinung über den Wert hat das nichts zu tun.
- Indexumstellungen. Wird eine Aktie in einen Index aufgenommen, kaufen Indexfonds sie kaufen – unabhängig vom Preis.
- Marktenge Werte. Bei wenig gehandelten Aktien kann eine einzige größere Order das Bild vollständig verzerren.
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