Chartmuster sind benannte Formen. Ihr Wert steht und fällt damit, ob man sie erkennt, bevor sie fertig sind – und das ist der schwierige Teil.
Chartmuster sind wiederkehrende Formen im Kursverlauf, denen die technische Analyse Namen und Bedeutungen gegeben hat. Man unterscheidet Umkehrmuster, die das Ende eines Trends anzeigen sollen, und Fortsetzungsmuster, die eine Pause innerhalb eines Trends beschreiben.
Umkehrmuster
| Muster | Aufbau | Messregel |
|---|---|---|
| Kopf-Schulter | Drei Hochs, das mittlere am höchsten; die Tiefs dazwischen bilden die Nackenlinie | Abstand Kopf zur Nackenlinie, nach unten abgetragen |
| Doppeltop | Zwei Hochs auf ähnlicher Höhe mit einem Tief dazwischen | Höhe des Musters, ab dem Zwischentief abgetragen |
| Doppelboden | Dasselbe gespiegelt: zwei Tiefs auf ähnlicher Höhe | Höhe des Musters, ab dem Zwischenhoch abgetragen |
Fortsetzungsmuster
- Aufsteigendes Dreieck: waagerechter Widerstand oben, steigende Tiefs unten. Wird als Kraftaufbau nach oben gelesen.
- Absteigendes Dreieck: waagerechte Unterstützung unten, fallende Hochs oben. Spiegelbild.
- Symmetrisches Dreieck: beide Linien laufen aufeinander zu. Richtungsneutral – hier wird nur der Ausbruch abgewartet.
- Flagge und Wimpel: eine kurze Gegenbewegung nach einer steilen Bewegung. Gilt als Verschnaufpause.
Was die Untersuchungen sagen
Zu Chartmustern gibt es umfangreiche Auswertungen historischer Kursreihen. Ihr gemeinsames Ergebnis: Einzelne Muster erreichen Trefferquoten, die spürbar über dem Zufall liegen können – aber die Ergebnisse hängen stark davon ab, wie das Muster definiert wurde, in welchem Markt und in welchem Jahrzehnt gemessen wurde. Nach Handelskosten bleibt in vielen Auswertungen wenig übrig.
Lektion durchgearbeitet?
Markiere die Lektion, wenn du sie durch hast. In der Bereichsübersicht siehst du dann auf einen Blick, was noch offen ist.