Der Preis steht an der Börse. Den Wert muss man schätzen. Die Fundamentalanalyse ist der Versuch, diese Schätzung nachvollziehbar zu machen – nicht, sie genau zu machen.
Wer eine Aktie kauft, kauft einen Anteil an einem Unternehmen: an seinen Maschinen, Marken und Patenten, an seinen Schulden und an allen künftigen Gewinnen. Die Fundamentalanalyse fragt, was dieser Anteil wert ist – unabhängig davon, was gerade dafür bezahlt wird.
Der Preis ist, was du zahlst. Der Wert ist, was du bekommst.
Zwei Wege zur Antwort
- Absolute Bewertung. Man schätzt die künftigen Zahlungsströme des Unternehmens und rechnet sie auf heute zurück. Ergebnis ist ein Betrag in Euro. Der Weg ist methodisch sauber und hängt vollständig an Annahmen, die niemand kennt.
- Relative Bewertung. Man vergleicht das Unternehmen über Verhältniszahlen mit anderen – KGV, KBV, EV/EBITDA. Der Weg ist schnell und robust und beantwortet nur die Frage „teurer oder billiger als die anderen“, nicht „teuer oder billig“.
In der Praxis werden beide kombiniert. Die relativen Kennzahlen grenzen ein, die absolute Rechnung prüft, ob die eingepreisten Erwartungen plausibel sind.
Wo die Zahlen herkommen
Börsennotierte Unternehmen sind verpflichtet, regelmäßig zu berichten. In den USA laufen diese Meldungen über die Börsenaufsicht SEC, in Europa über das einheitliche Meldeformat ESEF. Diese Originalmeldungen sind die Quelle – nicht die aufbereiteten Zahlen eines Finanzportals, bei denen selten dabeisteht, wie sie zustande kamen.
Lektion durchgearbeitet?
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