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IM Invests

Fundamentalanalyse

Kapitalrenditen: ROE, ROCE, ROIC

Wie effizient ein Unternehmen mit dem eingesetzten Geld umgeht – und warum eine hohe Eigenkapitalrendite auch von Schulden kommen kann.

8 Min. LesezeitRechenweg

Die Kapitalrendite ist die Frage, auf die es ankommt: Was macht das Unternehmen aus jedem investierten Euro? Eine hohe Eigenkapitalrendite allein beantwortet sie nicht.

Gewinn allein sagt nichts über Qualität. Eine Million Gewinn aus zehn Millionen eingesetztem Kapital ist etwas anderes als eine Million aus hundert. Die Kapitalrenditen setzen das Ergebnis ins Verhältnis zum Einsatz.

ROE = Jahresüberschuss ÷ Eigenkapital ROCE = EBIT ÷ (Eigenkapital + zinstragende Schulden) ROIC = Ergebnis nach Steuern vor Zinsen ÷ investiertes Kapital

Drei Varianten mit unterschiedlichem Bezug: Die erste betrachtet nur das Eigenkapital, die beiden anderen das gesamte eingesetzte Kapital einschließlich der Schulden.

Die Falle der Eigenkapitalrendite

Der ROE lässt sich erhöhen, ohne dass das Geschäft besser wird: Man ersetzt Eigenkapital durch Schulden. Der Nenner schrumpft, der Zähler bleibt fast gleich, die Kennzahl steigt. Dieser Hebeleffekt wirkt in beide Richtungen – im schlechten Jahr fällt der Verlust je Euro Eigenkapital ebenso stärker aus.

Die eigentliche Frage

Entscheidend ist der Abstand zwischen der Kapitalrendite und den Kapitalkosten – dem, was Eigen- und Fremdkapitalgeber für ihr Risiko erwarten. Liegt der ROIC darüber, schafft jeder investierte Euro Wert. Liegt er darunter, vernichtet Wachstum Wert: Das Unternehmen wird größer und weniger wert.

Ein hervorragendes Unternehmen erwirtschaftet über Jahre eine Rendite auf das eingesetzte Kapital, die deutlich über seinen Kapitalkosten liegt. Alles Übrige ist Beiwerk.
Gängige Zusammenfassung des Qualitätsbegriffs in der Fundamentalanalyse

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