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Wall Street gibt nach – warum Zinsangst zuerst die Kurse trifft

Nach der Rekordjagd schlossen die US-Börsen tiefer, Grund laut Agentur: Zinssorgen. Was steigende Zinsen rechnerisch mit Aktienkursen machen.

Redaktion IM Invests5 Min. Lesezeit

Die dpa-AFX-Meldung vom Donnerstagabend trug den Titel „Verluste nach Rekordjagd – Zinssorgen sind zurück“. In der Kursleiste von wallstreet-online stand am Freitagmorgen um 03:33 Uhr UTC der Dow Jones bei 53.901,32 Punkten (−0,92 Prozent), der US Tech 100 bei 29.381,54 Punkten (−0,51 Prozent).

Der Rechenweg dahinter

Eine Aktie ist rechnerisch nichts anderes als die Summe aller Gewinne, die das Unternehmen künftig ausschüttet – abgezinst auf heute. Abzinsen heißt: Ein Euro in zehn Jahren ist weniger wert als ein Euro heute, und wie viel weniger, bestimmt der Zins.

Steigt der Zins, steigt der Abschlag auf alles Künftige. Der Gewinn des Unternehmens hat sich nicht geändert, der Preis, den man dafür zahlen will, schon. Deshalb fallen Kurse auf eine Zinsmeldung hin, ohne dass ein einziges Unternehmen etwas gemeldet hätte.

Warum es Technologiewerte härter trifft

Bei einem Versorger liegt der Gewinn überwiegend in den nächsten Jahren. Bei einem Wachstumsunternehmen liegt er überwiegend weit in der Zukunft – und je weiter weg ein Betrag liegt, desto stärker wirkt der Abschlag auf ihn. Ein höherer Zins entwertet ferne Gewinne stärker als nahe.

Was daraus folgt, ist keine Handlungsanweisung, sondern eine Einordnung: Wer ein Depot mit Schwerpunkt auf Wachstumswerten hält, hat damit auch eine Wette auf den Zinspfad im Depot – ob er sie so gemeint hat oder nicht.

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