Der Terminkalender von wallstreet-online zeigt für heute drei Blöcke: britische Arbeitsmarktdaten um 8:00 Uhr, den ZEW-Index um 11:00 Uhr und eine Rede von EZB-Ratsmitglied Philip Lane um 13:45 Uhr.
Bei den britischen Arbeitsmarktdaten fällt vor allem der Claimant Count Change auf: Erwartet werden 11,2 Tausend neue Arbeitslosenmeldungen, nach zuvor 6,7 Tausend – laut Prognose also ein deutlicher Anstieg. Auch das Verdienstwachstum inklusive Bonus soll laut Prognose von 4,3 auf 4,1 Prozent leicht nachgeben.
Zwei Zahlen, ein Index, zwei Botschaften
Um 11:00 Uhr folgt der ZEW-Index, der aus zwei getrennten Werten besteht. Die ZEW-Umfrage zur Aktuellen Lage für Deutschland soll laut Prognose bei minus 68,8 Punkten liegen, nach zuvor minus 77,6 – eine Verbesserung, aber weiterhin tief im negativen Bereich. Die ZEW-Umfrage zu den Konjunkturerwartungen dagegen soll laut Prognose auf 30 Punkte steigen, nach zuvor 26,3 – klar positives Terrain. Für die Eurozone insgesamt wird beim ZEW Survey Economic Sentiment ein Anstieg von 23,4 auf 25,4 erwartet.
Der Unterschied erklärt sich aus der Fragestellung: Die Lage bewertet die Gegenwart, die Erwartungen schätzen die Entwicklung der kommenden sechs Monate ein. Beide Werte können deshalb weit auseinanderlaufen, etwa wenn befragte Finanzmarktexperten für die nahe Zukunft eine Wende erwarten, die sich in der Gegenwart noch nicht zeigt.
Um 13:45 Uhr steht zudem eine Rede von EZB-Ratsmitglied Lane an. Ein Thema nennt der Kalender dazu nicht.
Was daraus folgt: Wer nur die Erwartungen-Zahl liest, sieht Optimismus. Wer nur die Lage-Zahl liest, sieht eine Wirtschaft im Minus. Erst beide zusammen zeigen, dass Experten laut Prognose einen Wendepunkt für möglich halten, der noch nicht eingetreten ist.
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IM Invests · https://iminvests.de/news/zew-umfrage-lage-schlecht-erwartungen-steigen/