Die japanische Zentralbank hat ihren Leitzins am Freitag unverändert bei 1,0 Prozent belassen – dem höchsten Stand seit 31 Jahren. Ökonomen hatten das erwartet. Zugleich lieferte die Notenbank laut dpa-AFX Hinweise auf eine weitere Erhöhung im Kampf gegen die erhöhte Inflation.
Bewegt hat sich trotzdem etwas – beim Wechselkurs
Der Dollar notierte am Freitag nahe dem Tagestief bei 158,15 Yen; das Tief vom Donnerstag bei 157,96 war der niedrigste Stand seit dem 14. Mai. In der Woche verlor der Dollar 3,3 Prozent gegenüber dem Yen – der stärkste Wochenrückgang seit Juli 2024.
Der Grund dafür ist mutmaßlich nicht die Zinsentscheidung, sondern ein direkter Eingriff. Nach Einschätzung des UBS-Ökonomen Paul Donovan hat das japanische Finanzministerium in dieser Woche am Devisenmarkt interveniert, um den Yen zu stützen – wobei es weniger um ein bestimmtes Niveau gegangen sein dürfte als um das Tempo der Abwertung.
Was eine Devisenintervention ist
Eine Intervention ist ein Kauf oder Verkauf der eigenen Währung durch den Staat mit dem Ziel, den Kurs zu beeinflussen. Sie wird in Japan üblicherweise nicht sofort bestätigt – die Ungewissheit ist Teil der Wirkung, weil sie den Überraschungseffekt erhält.
Was daraus folgt: Wer japanische Aktien oder einen Welt-ETF hält, hält immer auch eine Yen-Position. Ein Kursgewinn in Tokio kann im Euro-Depot verschwinden – und ein fester Yen kann ein Minus in einen Gewinn verwandeln, ohne dass ein einziges Unternehmen etwas dafür getan hätte.
Quellen
- dpa-AFX über onvista: „Überblick: KONJUNKTUR vom 31.07.2026 – 17.15 Uhr“ (31. Juli 2026)
- CNBC: „S&P 500 closes higher Friday as Amazon surges; Dow posts fourth straight winning month“ (Live-Blog, 31. Juli 2026)
Die Zusammenfassung ist redaktionell verfasst. Für die Inhalte verlinkter Seiten sind deren Betreiber verantwortlich.
Schlagwörter
- Japan
- Devisen
- Intervention
Schlagwörter mit Pfeil führen zum passenden Lernthema, Kurs oder Rechner.