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Fünf Maschinen gegen 131 – warum ASML trotzdem einbricht

Ein Bericht über chinesische Lithografieanlagen kostet ASML zeitweise 8,5 Prozent. Um Stückzahlen geht es dabei nicht – die sprechen vorerst klar für den Marktführer.

Redaktion IM Invests5 Min. Lesezeit

Der Branchendienst The Information berichtete am Montag, ein staatlich gestütztes Unternehmen in Schanghai habe begonnen, selbst entwickelte Immersions-DUV-Anlagen zu bauen – jene Maschinen, mit denen Chiphersteller Schaltungsmuster auf Silizium belichten. Bislang beherrschen das weltweit nur eine Handvoll Anbieter, allen voran der niederländische Konzern ASML.

Die Reaktion kam sofort. Die ASML-Aktie verlor im Tagesverlauf zeitweise 8,5 Prozent und notierte am Nachmittag rund 6,6 Prozent tiefer bei etwa 1.442 Euro – der niedrigste Stand seit gut sieben Wochen. Je nach Uhrzeit meldeten einzelne Dienste zwischen 4,6 und 8,5 Prozent Minus; das ist kein Widerspruch, sondern derselbe Tag zu verschiedenen Stunden.

Die Stückzahlen sprechen eine andere Sprache

Wer die Meldung neben die Produktionszahlen legt, findet zunächst kein Drama:

Immersions-DUV-Anlagen: geplante chinesische Fertigung gegen ASML-Auslieferungen
Anlagen
Schanghaier Hersteller, geplant für 2026etwa 5
Schanghaier Hersteller, geplant für 2027etwa 20
ASML, ausgeliefert im Jahr 2025131

ASML lieferte 2025 insgesamt 327 Lithografiesysteme aus, darunter 131 Immersions-DUV-Anlagen und 48 EUV-Systeme, und erzielte damit 32,7 Milliarden Euro Umsatz. Fünf Maschinen aus Schanghai ändern daran in diesem Jahr nichts. Auch die Berichte selbst schränken ein: Leistung und Zuverlässigkeit liegen zurück, vor einer Serienfertigung steht noch umfangreiche Erprobung, und ähnliche Meldungen über chinesische Fortschritte haben sich in der Vergangenheit schon als überzogen erwiesen.

Warum der Kurs trotzdem fällt

Weil ein Kurs nicht das laufende Jahr bezahlt, sondern alle künftigen. In der Bewertung von ASML steckt die Annahme, dass es auf absehbare Zeit kaum jemanden gibt, der dasselbe kann – und wer keine Konkurrenz hat, bestimmt den Preis. Eine glaubwürdige Meldung, dass jemand anfängt, es zu können, ändert nicht die Zahlen von heute, sondern die Wahrscheinlichkeit für die Zahlen von 2032.

Was daraus folgt

Für die eigene Anlage weniger, als die Schlagzeile nahelegt. Wer ASML einzeln hält, hat gestern gesehen, was Einzelwertrisiko konkret bedeutet: Ein Bericht eines einzelnen Mediums, den niemand nachprüfen kann, bewegt an einem Vormittag mehr, als eine solide Dividende in einem Jahr einbringt. Wer den Wert über einen breiten Index hält, hat den Tag kaum bemerkt.

Die nützliche Frage ist nicht, ob China es schafft – das weiß heute niemand. Sie lautet, wie viel vom eigenen Vermögen an dieser einen Frage hängt.

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  • ASML
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  • China
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