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Der DAX steht still, während unter ihm viel passiert

Am Höhepunkt der Berichtssaison schloss der DAX kaum verändert. Warum ein ruhiger Indexstand nicht heißt, dass ein ruhiger Tag war.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Die Agenturmeldungen vom Donnerstagabend lauteten fast gleich: „Dax an Berichtssaison-Höhepunkt kaum verändert“ (dpa-AFX, 16:19 Uhr) und „Leitindex kaum verändert – Telekom mit starkem Quartal“ (onvista, 15:55 Uhr). Ein Tag, an dem eine der größten Meldungssammlungen des Quartals über die Ticker lief – und der Index bewegte sich kaum.

Ein Index ist ein Durchschnitt, kein Protokoll

Der DAX fasst 40 Unternehmen zu einer Zahl zusammen, gewichtet nach Börsenwert. Steigt ein Wert kräftig und fällt ein anderer ähnlich schwer, heben sich die beiden im Indexstand auf. Übrig bleibt eine ruhige Zahl über einem unruhigen Tag.

Genau das beschreiben die Meldungen desselben Tages: Die Deutsche Telekom verdiente laut den Berichten mehr als zuvor, Rheinmetall senkte die Umsatzprognose. Zwei Nachrichten, die einzeln jeweils einen deutlichen Kursausschlag rechtfertigen – und die sich im Index gegenseitig auffangen.

Warum das für Anleger zählt

Wer einen Indexfonds hält, bekommt genau diesen Durchschnitt – und das ist der Zweck. Wer einzelne Aktien hält, bekommt ihn nicht: Für ihn war der Tag entweder gut oder schlecht, je nachdem, welche Seite der Waage er im Depot hat. Der ruhige Indexstand sagt über sein Depot nichts aus.

Das ist kein Argument für oder gegen eine der beiden Anlageformen. Es ist ein Argument dafür, die richtige Zahl anzusehen: Ein Index misst den Markt, nicht das eigene Depot.

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