Drei Konjunkturdaten kamen am Freitag auf einmal. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal um 0,2 Prozent zum Vorquartal, mehr als von Volkswirten erwartet, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Gleichzeitig sank die Inflationsrate im Oktober auf 2,8 Prozent, von 3,3 Prozent im September.
Ein Tankrabatt drückt die Zahl nach unten
Die Bundesregierung senkte Anfang Oktober die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sowie die Mehrwertsteuer darauf, berichtete das Handelsblatt. Das drückte die Preise an den Zapfsäulen merklich. Ökonomen hatten im Schnitt mit 3,0 Prozent Inflation gerechnet, tatsächlich waren es 2,8 Prozent. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnte laut Tagesschau vor einer Entwarnung: Um die Jahreswende dürfte die Rate wieder über drei Prozent steigen, sobald der Rabatt ausläuft.
Der Arbeitsmarkt zeigt die Kehrseite
Beim Arbeitsmarkt sieht das Bild gemischter aus. Rund 2,955 Millionen Menschen waren im Oktober arbeitslos gemeldet, 40.000 weniger als im September, saisonbereinigt stieg die Zahl aber leicht. Verglichen mit dem Vorjahresmonat gab es sogar 44.000 Arbeitslose mehr, berichtete die Tagesschau. BA-Vorstandschefin Andrea Nahles sagte, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reichten für eine echte Besserung noch nicht aus.
Was daraus folgt: Die drei Zahlen zusammen ergeben kein einheitliches Bild. Ein stärkeres Wachstum und eine niedrigere Inflation klingen zunächst gut. Doch beides hat einen befristeten Anteil: staatliche Ausgabenprogramme beim Wachstum, ein zeitlich begrenzter Rabatt bei der Inflation. Wer daraus auf einen dauerhaften Aufschwung schließt, übersieht nach den vorliegenden Berichten, dass tragende private Investitionen und ein spürbar entlasteter Arbeitsmarkt noch fehlen.
Quellen
- Tagesschau, Deutsche Wirtschaft wächst überraschend, 30.10.2026, 10:50 Uhr
- Tagesschau, Inflationsrate fällt im Oktober auf 2,8 Prozent, 30.10.2026, 15:08 Uhr
- Tagesschau, Fast drei Millionen Arbeitslose im Oktober, 30.10.2026, 11:32 Uhr
- Handelsblatt, Preise: Zwei-Prozent-Ziel der EZB rückt in weite Ferne, 30.10.2026, 14:01 Uhr
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