US-Präsident Donald Trump hat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert – eigentlich ging es um einen Krankheitsfall bei Tieren in Russland. Am Ende des Gesprächs stand eine Ankündigung, die damit nichts zu tun hat: Russland liefert künftig deutlich mehr Diesel an die USA und den Weltmarkt.
Die Mengen, die bisher fehlten
Trump nannte auf seiner eigenen Plattform konkrete Zahlen. Sofort sollen mehr als 300.000 Tonnen Diesel kommen, im November weitere 500.000 Tonnen. Kurz danach soll eine Million Tonnen folgen, anschließend binnen kurzer Zeit weitere drei Millionen Tonnen – zusammen rund 4,8 Millionen Tonnen.
Das US-Finanzministerium setzte die Sanktionen auf russischen Diesel dafür befristet aus, bis April 2027 – vorausgesetzt, die Ladung ist bis Freitag verschifft. Es ist nach eigenen Angaben die erste derartige Lockerung seit mehr als 30 Tagen seit Kriegsbeginn 2022. Das Weiße Haus nannte weder einen Zahler noch feste Liefertermine.
Reaktionen zwischen Dank und Vorwurf
Trump bedankte sich öffentlich bei Putin und begründete den Schritt mit niedrigeren Preisen für Farmer, Viehzüchter und Lkw-Fahrer. Zu Sanktionen oder zum Krieg in der Ukraine äußerte er sich nicht.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte die Entscheidung eine schwache Entscheidung starker Partner. Mehrere demokratische US-Senatoren, darunter Chuck Schumer, Jeanne Shaheen und Elizabeth Warren, sprachen von einem Verrat an der Ukraine und an den europäischen Verbündeten. Senator Richard Blumenthal, Mitinitiator des US-Sanktionsgesetzes gegen Russland, warf Trump vor, die USA mitschuldig am Krieg zu machen.
Was daraus folgt
Was daraus folgt: Mehr Diesel-Angebot am Weltmarkt kann die Preise an der Tankstelle dämpfen – genau das, was Trump vor den Midterms sucht. Gleichzeitig lockert die befristete Ausnahme einen Teil der westlichen Sanktionsarchitektur gegen russische Energieexporte, wenn auch nur für ein einzelnes Produkt und einen begrenzten Zeitraum.
Quellen
- onvista, News-Ticker vom 11.10.2026, 11:05 Uhr (dpa-AFX): „ROUNDUP 3: Empörung wegen Diesel-Deal von Trump und Putin“
- The Atlanta Journal-Constitution (AP), 9.10.2026: „Trump strikes deal with Putin for Russian diesel in sharp reversal of US policy ahead of midterms“
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