Direkt zum Inhalt springen
IM Invests

Geldpolitik

EZB-Falken drängen auf mehr, während die Bundesagentur zählt

Im EZB-Rat wird laut zwei Portalen über eine weitere Zinserhöhung diskutiert. Der Freitag bringt zudem deutsche Arbeitsmarktzahlen und mehrere Konjunkturdaten.

Redaktion IM Invests5 Min. Lesezeit

Eine Meldung von wallstreet-online vom Donnerstag trägt die Überschrift „Falken setzen sich durch: EZB vor Zinserhöhung – doch das könnte erst der Anfang sein“. Auch finanzen.net beschreibt in seiner Rubrik „Private Finanzen“ dieselbe Lage: Im EZB-Rat werde bereits über restriktive Zinsen diskutiert. Eine konkrete neue Zinshöhe oder ein Beschlussdatum nennt keine der beiden Quellen – nur, dass sich offenbar die Stimmen mehren, die für höhere Zinsen eintreten.

Falken, Tauben und ein Rat, der gemeinsam abstimmt

In der Berichterstattung über Notenbanken heißen Ratsmitglieder, die eher zu höheren Zinsen tendieren, „Falken“ – aus Sorge vor zu hoher Inflation. „Tauben“ gewichten die Konjunktur stärker und scheuen restriktive Zinsen, die Kredite verteuern und Investitionen bremsen können. Beide Lager sitzen im selben Rat und stimmen am Ende gemeinsam ab; welche Fraktion sich durchsetzt, entscheidet sich erst in der Sitzung selbst, nicht in einzelnen Wortmeldungen vorher.

Was heute noch ansteht

Bevor die EZB überhaupt wieder tagt, liefert der Freitag selbst mehrere Zahlen, die in eine solche Entscheidung einfließen können. Laut Wirtschaftskalender von boerse-frankfurt.de meldet Finnland um 07:00 Uhr sein vorläufiges Bruttoinlandsprodukt, Deutschland um 08:00 Uhr die Importpreise, und Frankreich um 08:45 Uhr gleich mehrere Werte auf einmal: Verbraucherausgaben, Bruttoinlandsprodukt und die Verbraucherpreise nach EU-Norm. Um 09:55 Uhr folgt laut Ticker die deutsche Arbeitslosenquote – die Bundesagentur für Arbeit kündigte die August-Zahlen bereits um 05:49 Uhr an. Der Wirtschaftskalender nennt dafür eine erwartete Quote von 6,4 Prozent, unverändert zum Vormonat.

Ein kleiner, aber lesbarer Hinweis darauf, wie der Markt Zinserwartungen schon vor einer Sitzung einpreist: Der Bund-Future – ein Terminkontrakt auf deutsche Staatsanleihen – notierte laut Ticker im Frühhandel im Minus, während die DAX-Futures etwas fester tendierten. Fallende Anleihekurse bedeuten steigende Renditen, und steigende Renditen passen zur Erwartung höherer Zinsen.

Was daraus folgt: Eine Meldung, dass sich eine Fraktion in einem Gremium durchsetzt, ist noch kein Beschluss. Wer daraus schon eine bestimmte neue Zinshöhe ableitet, geht über das hinaus, was die Quellen hergeben – festhalten lässt sich nur, dass sich die Richtung der Diskussion laut zwei unabhängigen Portalen verschoben hat.

Schlagwörter

Schlagwörter mit Pfeil führen zum passenden Lernthema, Kurs oder Rechner.

Alle News

IM Invests · https://iminvests.de/news/ezb-falken-und-der-terminkalender-am-freitag/

Weiterlesen