An der Wall Street setzte sich am Freitag das Auf und Ab fort: Der Dow Jones erholte sich vom Rückschlag des Vortages, der technologielastige Nasdaq gab dagegen nach. Ausgelöst wurde die Erholung von wieder rückläufigen Ölpreisen. Im Technologiesektor blieb es vorsichtig – ungeachtet einer starken Quartalsbilanz von Intel, deren Aktie dennoch verlor.
Warum gute Zahlen den Kurs nicht automatisch heben
Der Kurs einer Aktie enthält bereits das, was der Markt erwartet. Wenn ein Unternehmen gute Zahlen meldet, entscheidet nicht die Zahl selbst über die Reaktion, sondern die Differenz zur Erwartung. Ein starkes Quartal, das ein noch stärkeres hätte sein sollen, ist an der Börse eine Enttäuschung.
Genau das ist der Mechanismus hinter „Gewinnmitnahmen“. Nach einem starken Lauf sind die Erwartungen hoch – und die Messlatte damit ebenfalls. Wer aus einer guten Meldung auf einen steigenden Kurs schließt, überspringt diesen Zwischenschritt.
Dow und Nasdaq messen nicht dasselbe
Dass die beiden Indizes in verschiedene Richtungen liefen, ist weniger überraschend, als es klingt. Der Dow Jones enthält 30 Werte und ist preisgewichtet: Eine Aktie mit hohem Kurs zählt mehr, unabhängig von der Unternehmensgröße. Der Nasdaq 100 bündelt die großen Technologiewerte und ist nach Marktwert gewichtet.
- Dow Jones: 30 Titel, preisgewichtet – eine Konstruktion aus dem 19. Jahrhundert, die heute niemand mehr so bauen würde.
- Nasdaq 100: technologielastig, nach Marktkapitalisierung gewichtet – wenige sehr große Unternehmen bestimmen den Verlauf.
- S&P 500: die breiteste der drei Messgrößen und deshalb der übliche Bezugspunkt für den US-Markt.
Quellen
- onvista: Dow leicht erholt – Nasdaq leidet unter Gewinnmitnahmen
- Invezz: Dow edges higher as Intel slips despite earnings
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