Der Wirtschaftskalender von wallstreet-online nennt für Dienstag, den 25.8., gleich mehrere deutsche Zahlen ohne genannte Uhrzeit: das Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal, saisonbereinigt mit einer Prognose von 0,2 Prozent (Vorwert ebenfalls 0,2 Prozent), dieselbe Zahl unbereinigt aufs Jahr mit einer Prognose von 0,9 Prozent, sowie drei Teilwerte des ifo-Index: die aktuelle Geschäftslage (Prognose 87, Vorwert 86,5), das Geschäftsklima insgesamt (Prognose 87,2, Vorwert 86,6) und die Geschäftsaussichten (Prognose 87,5, Vorwert 86,7).
Das BIP misst die Vergangenheit, der ifo die Stimmung
Das Bruttoinlandsprodukt fasst zusammen, was in den vergangenen drei Monaten tatsächlich produziert und verkauft wurde – eine harte, aber alte Zahl. Der ifo-Index dagegen basiert auf einer monatlichen Umfrage unter Unternehmen zu ihrer aktuellen Lage und ihren Erwartungen. Er ist aktueller, aber eben eine Stimmungsmessung und keine gemessene Wirtschaftsleistung.
Wichtiger als der Wert ist die Abweichung
Für die Reaktion an der Börse zählt in der Regel weniger, ob eine Zahl gut oder schlecht aussieht, sondern ob sie über oder unter der genannten Prognose liegt. Die Prognosen selbst – 0,2 Prozent beim BIP, 87,2 Punkte beim Geschäftsklima – sind bereits Erwartungen von Volkswirten, die sich in den aktuellen Kursen von DAX und Euro Stoxx 50 zu einem gewissen Grad schon widerspiegeln können.
Was daraus folgt: Wer die neue Woche verfolgt, gewinnt mehr Einordnung, wenn er BIP und ifo-Index nicht als dieselbe Aussage über die Konjunktur liest, sondern als zwei unterschiedliche Blickwinkel – einen auf das, was war, und einen auf das, was Unternehmen als Nächstes erwarten.
Quellen
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IM Invests · https://iminvests.de/news/ifo-index-und-bip-das-steht-in-der-neuen-woche-an/