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Indiens Finanzministerin erklärt die Schwäche der eigenen Börse

Nirmala Sitharaman erklärt die Schwäche der indischen Börse mit zu viel Liquidität und leichten Ausstiegen – trotz robustem Wirtschaftswachstum im Land.

Redaktion IM Invests5 Min. Lesezeit

Indiens Börse bleibt hinter den eigenen Wirtschaftsdaten zurück, und Finanzministerin Nirmala Sitharaman hat dafür nun eine Erklärung genannt. Im Gespräch mit dem Sender CNBC am Rande der IWF-Jahrestagung in Bangkok nannte sie zu viel Liquidität als Grund.

„Wegen der leichten Liquidität, der leichten Verfügbarkeit steigen Anleger auch leicht wieder aus“, sagte Sitharaman. Die Fundamentaldaten der indischen Wirtschaft seien dagegen „in Ordnung“.

Fast zwölf Prozent Verlust seit Januar

Die Zahlen hinter der Aussage sind deutlich. Indiens wichtigste Leitindizes verloren seit Januar fast zwölf Prozent, berichtet CNBC unter Berufung auf Daten des Finanzdienstleisters LSEG. Das Wirtschaftswachstum des Landes habe sich dabei trotz Handelskonflikten und geopolitischer Schocks robust gezeigt.

Ausländische Investoren zogen laut der Depotstelle NSDL bislang mehr als 33 Milliarden Dollar aus indischen Aktien ab. Sitharaman nannte anhaltende Kapitalabflüsse eines der größten Risiken für Indien im kommenden Jahr.

Indien gilt als Gegenpol zum KI-Boom

Gleichzeitig fließt weiter heimisches Geld in den Markt. Indische Aktienfonds verzeichnen laut dem Branchenverband AMFI seit März 2021 jeden Monat Nettozuflüsse. Ein Teil davon ermöglichte Altinvestoren und Private-Equity-Fonds, bei Börsengängen mit Gewinn auszusteigen.

International gilt Indien zunehmend als Gegenpol zum KI-Boom. Taiwan stellt laut einem von CNBC zitierten Goldman-Sachs-Bericht inzwischen das größte Gewicht im MSCI-Index für asiatisch-pazifische Schwellenländer, Südkorea folgt auf Platz zwei. Indiens Anteil sank von 19 auf 10 Prozent.

Keine Sorge vor einer platzenden KI-Blase

Sitharaman zeigte sich davon unbeeindruckt. Sollte die weltweite KI-Euphorie an den Börsen kippen, werde Indien davon nicht „getroffen“, sagte sie – weil das Land ohnehin kaum von diesen Investitionen profitiert habe. Indien sei im Bereich der Zukunftstechnologien zugleich „kein Nachzügler mehr“ und baue eigene Kapazitäten in der Chipfertigung auf.

Was daraus folgt: Ein Länderindex spiegelt nicht nur das Wachstum vor Ort, sondern auch, wohin globales Kapital gerade fließt. Ein Land kann wirtschaftlich zulegen und an der Börse trotzdem zurückbleiben, wenn Anleger ihr Geld lieber anderswo investieren.

Quellen

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Schlagwörter

  • Indien
  • Schwellenländer
  • Kapitalabflüsse

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