Wenn eine Großbank ihre eigene Prognose für ein Milliardenthema nach oben korrigiert, sagt das etwas darüber, wie wenig überzeugt sie von der eigenen Vorgängerschätzung noch war. JPMorgan hat genau das mit den weltweiten Investitionen in Künstliche Intelligenz getan.
Von 5,1 auf 5,5 Billionen Dollar
Laut finanzen.net erhöhte JPMorgan seine Schätzung für die weltweiten KI-Investitionsausgaben bis zum Jahr 2030 von zuvor 5,1 auf nun 5,5 Billionen Dollar. Allein die fünf größten US-Hyperscaler sollen 2026 rund 697 Milliarden Dollar investieren, die gesamten Ausgaben großer Cloud- und Technologiekonzerne sollen laut der Meldung bis 2027 auf mehr als 1,1 Billionen Dollar steigen.
Ein gutes Drittel läuft über Schulden
Neu an der Prognose ist vor allem die Finanzierungsseite: JPMorgan geht davon aus, dass rund 4,1 Billionen Dollar der weltweiten KI-Investitionen fremdfinanziert werden, mit höheren Beleihungsquoten der einzelnen Projekte als bisher angenommen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren rechnet die Bank laut der Meldung mit mehr als 2,1 Billionen Dollar an Investment-Grade-Unternehmensanleihen zur Finanzierung von Rechenzentren, davon allein 150 Milliarden Dollar an Anleiheemissionen von US-Hyperscalern im Jahr 2026.
Als zentrale Treiber der Investitionswelle nennt die Meldung Amazon, Alphabet und Microsoft.
Was daraus folgt: Eine höhere Investitionsprognose ist noch keine Aussage darüber, wann sich diese Investitionen auszahlen – und eine stärker fremdfinanzierte Ausbauwelle reagiert empfindlicher auf steigende Zinsen als eine aus eigenen Mitteln finanzierte. Ob und wann sich die Rechnung für die beteiligten Konzerne aufgeht, lässt sich aus dieser Prognose allein nicht ablesen.
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IM Invests · https://iminvests.de/news/jpmorgan-ki-investitionen-prognose-2030/