Vor den Quartalszahlen der vier größten US-Technologiekonzerne taucht die Frage wieder auf, ob die Bewertungen rund um künstliche Intelligenz eine Blase sind. Die Frage ist berechtigt. Beantwortbar ist sie vorher nicht – und das liegt an ihrer Definition.
Eine Blase erkennt man daran, dass sie geplatzt ist
Von einer Blase spricht man, wenn Preise deutlich über dem liegen, was die künftigen Erträge rechtfertigen. Das Problem steckt im Wort „künftig“: Ob die Investitionen in Rechenzentren und Modelle sich auszahlen, entscheidet sich in den nächsten Jahren, nicht am Mittwochabend. Vorher lässt sich die Aussage weder bestätigen noch widerlegen.
Wer heute „Blase“ sagt, trifft deshalb eine Prognose, keine Feststellung. Das gilt auch für die Gegenseite.
Was sich stattdessen prüfen lässt
Zwei Dinge sind keine Prognose, sondern nachlesbar – und für die eigene Anlage wichtiger als die Blasenfrage.
- Wie viel von deinem Depot hängt an diesen Unternehmen? Der MSCI World gewichtet nach Börsenwert. Rund sieben von zehn Euro in einem Welt-ETF stecken in US-Aktien, ein erheblicher Teil davon in einer Handvoll Technologiewerte. Wer zusätzlich einzelne dieser Aktien hält, hat sie doppelt.
- Was du erwartest, wenn du falsch liegst. Ein Rückgang von 50 Prozent verlangt anschließend ein Plus von 100 Prozent zum Ausgleich. Die entscheidende Frage ist nicht, ob es dazu kommt, sondern ob die Position so groß ist, dass sie die eigene Planung berühren würde.
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