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Michael Burry wettet weiter gegen den Chip-Boom – wie belastbar ist diese Wette?

Der für seine Wette gegen die Immobilienblase 2008 bekannte Investor hat seine Short-Positionen gegen Halbleiter-Firmen laut einer Meldung weiter aufgestockt.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Michael Burry, bekannt geworden durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008, hat laut einer Meldung von wallstreet-online am Mittwoch aktualisierte Aktienpositionen offengelegt. Demnach hat er seine Short-Wetten gegen Halbleiter-Hersteller weiter aufgestockt, unter anderem gegen die im Text genannten Werte Nebius, Micron Technology und Oracle. Eine genaue Begründung nennt die Meldung nicht, nur die Frage im Titel: „Ende des KI-Booms?“

Was eine Short-Wette überhaupt bedeutet

Wer eine Aktie leerverkauft, leiht sie sich, verkauft sie sofort am Markt und hofft, sie später günstiger zurückzukaufen, um sie zurückzugeben. Der Gewinn entsteht aus dem Kursrückgang – im Unterschied zum Kauf einer Aktie ist der mögliche Verlust dabei theoretisch unbegrenzt, weil ein Kurs unbegrenzt steigen kann. Eine solche Position ist damit eine ausdrückliche Wette gegen den Markt, nicht nur ein Verzicht auf einen Kauf.

Ein bekannter Name ist kein Beweis

Dass eine Investorenlegende mit einer berühmten Vorhersage aus der Vergangenheit eine bestimmte Position hält, wird in der Berichterstattung oft so behandelt, als spreche das für sich. Tatsächlich sagt eine einzelne Short-Position vor allem etwas über die Einschätzung dieses einen Investors aus – nicht über die künftige Kursentwicklung. Auch bekannte Investoren lagen mit Einzelwetten in der Vergangenheit wiederholt falsch, und ihr Ruf beruht meist auf wenigen richtigen Entscheidungen, nicht auf einer durchgehend hohen Trefferquote.

Positionsmeldungen kommen mit Verzögerung

Offengelegte Positionen wie diese stammen aus periodischen Meldepflichten und zeigen einen Stand von vor einiger Zeit, nicht die aktuelle Positionierung in Echtzeit. Bis eine solche Meldung öffentlich wird, kann sich die tatsächliche Position bereits wieder verändert haben – ein Umstand, den die Kurzmeldung selbst nicht thematisiert, der aber zum Verständnis solcher Veröffentlichungen dazugehört.

Was daraus folgt: Die Short-Position eines bekannten Investors ist eine Meinung mit Gewicht, kein Beleg. Wer daraus eine eigene Anlageentscheidung ableiten will, sollte sie als einen Datenpunkt unter vielen behandeln – nicht als Vorhersage, die sich zwangsläufig erfüllt.

Quellen

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