Öl bleibt teuer, aber die Erklärung ist nicht so einfach wie „Krise am Golf“. Der Brent-Preis notiert bei 100,96 Dollar je Fass, kaum verändert zum Vortag.
Was tatsächlich gemeldet wurde
Am Mittwoch meldete die Nachrichtenagentur dpa-AFX drei Tote in Saudi-Arabien nach Angriffen auf Flughäfen. Wer die Angriffe ausführte und warum, geht aus der Meldung nicht hervor.
Gleichzeitig beobachtet die Analysefirma Société Générale, dass die Durchfahrten von LNG-Tankern durch die Straße von Hormus auf dem höchsten Stand seit Kriegsbeginn liegen – und dass die Ölexporte aus der Golfregion trotz der Blockade-Meldungen über dem Niveau vor dem Krieg liegen.
Die Reserve, die ausgeht
In den USA ist die strategische Ölreserve unterdessen so knapp wie zuletzt 1982, berichtet wallstreet-online: Nur rund 10 Prozent der Bestände seien noch verfügbar. Eine Freigabe von Dieselreserven hat nach Angaben von Société Générale zuletzt einen drohenden US-Exportstopp für Diesel abgewendet.
Was daraus folgt: Die Furcht vor einer Blockade und die tatsächlichen Frachtzahlen zeigen zuletzt in dieselbe Richtung, aber nicht in derselben Dringlichkeit. Wer nur die Überschriften liest, bekommt ein dramatischeres Bild, als es die Tankerbewegungen hergeben.
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