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Minus 15.000 oder minus 1.000? Was Saisonbereinigung wirklich tut

Die Arbeitslosigkeit sank um 15.000 – saisonbereinigt nur um 1.000. Beide Zahlen stehen in derselben Meldung, und der Unterschied ist die eigentliche Aussage.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Im Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit stehen zwei Rückgänge nebeneinander: Die Arbeitslosigkeit sank um 15.000 – und saisonbereinigt um 1.000. Wer nur die erste Zahl liest, hält den Monat für deutlich besser, als er war.

Warum es zwei Zahlen braucht

Der Arbeitsmarkt atmet im Jahresrhythmus. Im Frühjahr beginnt die Bausaison, im Sommer enden Ausbildungen, im Winter ruhen Außenberufe. Diese Bewegungen wiederholen sich Jahr für Jahr und haben mit der Konjunktur nichts zu tun. Ein Rückgang im Frühsommer ist deshalb erst einmal nur eines: normal.

Die Saisonbereinigung rechnet dieses regelmäßige Muster heraus. Übrig bleibt, was darüber hinaus geschah. Wenn von 15.000 nach der Bereinigung 1.000 übrig sind, heißt das: Vierzehn Fünfzehntel des Rückgangs waren Jahreszeit, ein Fünfzehntel war Bewegung.

Was daraus folgt: Bei jeder Monatszahl – Arbeitsmarkt, Auftragseingang, Einzelhandelsumsatz – lohnt der Blick auf das Wort „saisonbereinigt“. Es steht fast immer da. Es ist fast immer die ehrlichere Zahl. Und es ist fast nie die, die in der Überschrift landet.

Quellen

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Schlagwörter

  • Arbeitsmarkt
  • Saisonbereinigung
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