Die Fed pausiert bei den Zinsen, die EZB entscheidet heute. Microsoft und die Deutsche Bank überzeugen, Alphabet und Israels Wahl schicken Kurse auf Talfahrt.
Fed lässt den Leitzins unverändert – zwei Notenbanker wollten mehr
Die Fed lässt den Leitzins unverändert. Er bleibt bei 3,75 bis 4,0 Prozent. Zwei Mitglieder stimmten dagegen und wollten ihn anheben: Gouverneurin Lisa Cook und die Chefin der Cleveland Fed, Beth Hammack.
Fed-Chef Kevin Warsh erläuterte die Entscheidung am Nachmittag vor Journalisten. Als Risiken nannte die Fed hohe Energiekosten und einen möglichen neuen Iran-Konflikt. Für Dezember hält sie eine weitere Zinserhöhung für möglich.
Auch die Europäische Zentralbank entscheidet heute, um 14:15 Uhr. Die Inflation in der Eurozone liegt wegen des Irankriegs auf einem Dreijahreshoch. Gleichzeitig verkaufen Investoren französische Staatsanleihen wegen der Schuldenkrise dort.
Was das für dich bedeutet
Zinsentscheidungen verändern die Finanzierungskosten von Staaten und Unternehmen und wirken sich darüber auf Aktien- und Anleihekurse aus. Steigt die Zinsdifferenz zwischen den USA und Europa, bewegt das auch den Euro-Kurs.
Microsoft übertrifft, Alphabet verfehlt die Erwartungen deutlich
Microsoft hat die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Der Umsatz stieg auf 92,3 Milliarden Dollar, erwartet waren 90,7 Milliarden. Die Aktie sprang nachbörslich um vier Prozent auf ein Rekordhoch.
Alphabet verfehlte dagegen Umsatz und Gewinn. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,12 Dollar, erwartet waren 2,97 Dollar. Die Aktie brach nachbörslich um 7,7 Prozent ein und fiel unter 300 Dollar.
Was das für dich bedeutet
Beide Konzerne stecken Milliarden in KI-Rechenzentren. Wie stark sich das schon im Umsatz zeigt, unterscheidet sich aber deutlich – und genau das bewertet die Börse gerade neu.
Deutsche Bank übertrifft Erwartungen – Aktie an der Dax-Spitze
Die Deutsche Bank verdiente mehr als erwartet. Der Gewinn vor Steuern stieg um acht Prozent auf gut 2,6 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 2,4 Milliarden gerechnet.
Der Nettogewinn legte nur leicht zu. Er stieg um ein Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, gebremst von Einmalkosten. Die Aktie stieg um gut drei Prozent und war damit Spitzenreiter im Dax.
Was das für dich bedeutet
Dass Vorsteuer- und Nettogewinn unterschiedlich stark wachsen, zeigt, wie stark Einmaleffekte und Steuern das Ergebnis einer Bank verzerren können – ein Blick auf Vorsteuergewinn und Nettogewinn getrennt lohnt sich.
Israels Wahl bringt keine Mehrheit – Börse und Schekel fallen
Bei der Parlamentswahl in Israel hat keine Seite eine Mehrheit erreicht. Nach rund 70 Prozent der Auszählung kommt das Lager von Benjamin Netanyahu auf 54 Sitze. Der Oppositionsblock um Gadi Eisenkot erreicht 47 Sitze. Nötig wären 61 von 120.
Der Leitindex in Tel Aviv fiel um rund drei Prozent. Der Schekel verlor etwa zwei Prozent auf 3,1185 Dollar, der größte Tagesverlust seit fast anderthalb Jahren. Auch israelische Staatsanleihen gerieten unter Druck. Die Märkte hatten zuvor auf einen Sieg der Opposition gesetzt.
Was das für dich bedeutet
Der Index war vor der Wahl gestiegen, weil Anleger auf einen Regierungswechsel gesetzt hatten. Das Beispiel zeigt, wie stark schon eingepreiste Erwartungen Kursausschläge verstärken können, wenn sie sich nicht erfüllen.
UBS verdient deutlich mehr – doch die Schweiz-Debatte dominiert
Die UBS steigerte ihren Gewinn kräftig. Der Gewinn vor Steuern stieg um rund ein Viertel auf 3,6 Milliarden Dollar. Getragen wurde das vor allem von der Vermögensverwaltung und dem Schweizer Heimmarkt.
Die Aktie fiel trotzdem leicht. Im Analystencall ging es vor allem um drohende Kapitalauflagen in der Schweiz. Bankchef Sergio Ermotti reagierte zunehmend verärgert: „Wir kommentieren keine Spekulationen, Annahmen oder Meinungen in Bezug auf Notfallpläne.“
Was das für dich bedeutet
Gute Quartalszahlen schützen eine Aktie nicht automatisch, wenn ein ungelöstes politisches Risiko im Raum steht – hier die Frage, ob die UBS wegen strengerer Eigenkapitalregeln aus der Schweiz wegziehen könnte.