Die Rendite dreißigjähriger US-Staatsanleihen stieg in dieser Woche auf den höchsten Stand seit 2007 und lag am Freitag rund vier Basispunkte höher bei 5,25 Prozent. Die zehnjährige Anleihe überschritt 4,7 Prozent – der höchste Stand seit Januar 2025.
Rendite hoch heißt Kurs runter
Eine Anleihe zahlt einen festen Betrag. Steigt die Marktrendite, kann dieser feste Betrag nur dadurch attraktiver werden, dass man weniger für das Papier bezahlt. Kurs und Rendite bewegen sich deshalb immer gegeneinander – ein Anleiheinhaber, der bei niedrigeren Renditen gekauft hat, sieht in diesen Wochen Verluste, obwohl der Zinsschein unverändert gezahlt wird.
Und warum Aktienanleger darauf schauen
Eine steigende Anleiherendite ist der Zins, den man ohne Unternehmensrisiko bekommt. Je höher er ist, desto mehr muss eine Aktie bieten, um noch zu überzeugen – und desto weniger ist ein Gewinn wert, der erst in vielen Jahren anfällt. Das trifft besonders Unternehmen, deren Bewertung vor allem auf künftigem Wachstum beruht.
CNBC zitiert dazu Terry Sandven von US Bancorp Asset Management mit der Einschätzung, dass eine Bewegung der zehnjährigen Rendite in Richtung fünf Prozent Bewertungen unter Druck setzen dürfte. Als Ursache für den Renditeanstieg nennt der Bericht Zweifel der Anleger an der Entschlossenheit der US-Notenbank im Kampf gegen die Inflation; deren Vorsitzender Kevin Warsh sagte in dieser Woche, man habe keinen Zauberstab.
Was daraus folgt: Anleihen sind kein Nebenschauplatz der Aktienmärkte, sondern deren Maßstab. Wer wissen will, warum Kurse fallen, obwohl die Gewinne stimmen, findet die Antwort oft nicht im Unternehmen, sondern in der Zinskurve.
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