Der Dow Jones verlor am Mittwoch 1.153 Punkte oder 2,19 Prozent und schloss bei 51.594,14 – der größte Tagesverlust seit April 2025. Der S&P 500 gab 1,52 Prozent ab, der Nasdaq 1,74 Prozent. Auslöser war der Fed-Entscheid vom Abend: unveränderte Zinsen, aber drei Stimmen für eine Erhöhung und ein Vorsitzender, der keine Zinsprognosen mehr geben will.
- Dow Jones
- 51.594,14 Punkte, minus 2,19 Prozent
- S&P 500
- minus 1,52 Prozent
- Nasdaq
- minus 1,74 Prozent
- Rendite 10-jährige US-Anleihe
- über 4,67 Prozent, plus 7 Basispunkte
- Rendite 30-jährige US-Anleihe
- über 5,2 Prozent – höchster Stand seit 2007
Die Anleihen übersetzen, was die Aktien fühlen
Die aufschlussreichste Zeile des Tages steht nicht bei den Aktien, sondern bei den Anleihen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg um 7 Basispunkte über 4,67 Prozent, die der dreißigjährigen um 10 Basispunkte über 5,2 Prozent – den höchsten Stand seit 2007. Steigende Renditen nach einer Notenbanksitzung heißen übersetzt: Der Anleihemarkt glaubt nicht, dass die Inflation unter Kontrolle ist.
Für Aktien wirkt das über zwei Wege. Erstens konkurrieren Anleihen mit Aktien um dasselbe Geld – je mehr Zins die sichere Anlage zahlt, desto weniger ist man bereit, für unsichere Gewinne zu bezahlen. Zweitens werden künftige Unternehmensgewinne mit dem Zins abgezinst: Steigt er, sind dieselben Gewinne heute weniger wert. Beides trifft hoch bewertete Aktien am stärksten – deshalb verlor der Nasdaq zeitweise mehr als der breite Markt.
Dass der Absturz auf einen Entscheid folgte, den fast alle erwartet hatten, ist dabei kein Widerspruch, sondern der Kernbefund: Eingepreist war der Zinssatz. Nicht eingepreist waren das 9-zu-3-Stimmenverhältnis, der Verzicht auf jede Orientierung zum weiteren Pfad – und ein Ölpreis, der am selben Tag um fast acht Prozent sprang.
Was daraus folgt: Wer verstehen will, warum Aktien auf eine Notenbank reagieren, schaut auf die Anleiherenditen desselben Tages. Sie sind die Messlatte, an der alle anderen Anlagen hängen – und sie sagen nüchterner als jeder Kommentar, was der Markt aus der Sitzung mitgenommen hat.
Quellen
- CNBC: Dow drops 1,100 points for worst day since April 2025 (29.07.2026)
- BBN Times: DJIA Plunges to 51,594.14 in Its Worst Session Since April 2025
- The Motley Fool: Stocks Slide on Hawkish Fed and Increased Middle East Tensions (29.07.2026)
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IM Invests · https://iminvests.de/news/wall-street-schwerster-tag-seit-april-2025/