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Geldpolitik

USA und Japan stützen den Yen – die Intervention ist offiziell

Washington und Tokio bestätigen den gemeinsamen Eingriff am Devisenmarkt. Der Dollar fällt von fast 164 auf zeitweise 155,20 Yen – und Japans Börse gibt nach.

Redaktion IM Invests5 Min. Lesezeit

Die USA und Japan haben bestätigt, dass sie in der vergangenen Woche gemeinsam am Devisenmarkt eingegriffen haben, um den Yen zu stützen. Der Dollar war zuvor auf ein 40-Jahres-Hoch gegenüber der japanischen Währung gestiegen und notierte zuletzt nahe 164 Yen; nach der Bestätigung fiel er laut AP zeitweise auf 155,20 Yen. Der Yen steht damit so hoch wie seit Ende vergangenen Jahres nicht mehr – und Tokio signalisiert die Bereitschaft zu weiteren Eingriffen.

Was eine Intervention ist – und was sie besonders macht

Bei einer Devisenmarktintervention kauft oder verkauft ein Staat gezielt die eigene Währung, um ihren Kurs zu bewegen – hier: Yen kaufen, Dollar verkaufen. Japan hat das in den vergangenen Jahren mehrfach allein versucht, mit begrenzter Wirkung: Der Markt ist riesig, und gegen einen anhaltenden Trend verpufft einzelnes Kaufen schnell. Gemeinsame Interventionen zweier großer Währungsräume sind selten – und gerade deshalb wirksamer, weil sie dem Markt signalisieren, dass beide Seiten den Kurs für falsch halten.

Warum überhaupt eingreifen? Ein schwacher Yen hat zwei Gesichter. Er polstert die Gewinne japanischer Konzerne mit großem Auslandsgeschäft, weil Dollar-Erlöse in mehr Yen getauscht werden – und er lockt Touristen ins Land. Zugleich verteuert er alle Importe, allen voran Öl und Rohstoffe, die Japan fast vollständig einführen muss. Bei 164 Yen je Dollar hatte die zweite Seite die Oberhand gewonnen.

Die Börsenreaktion zeigt die erste Seite: Der Nikkei 225 verlor am Montagmorgen 1,9 Prozent auf 63.140 Punkte – ein stärkerer Yen schmälert die künftigen Auslandsgewinne der Exportwerte, die den Index prägen. Dass eine steigende Währung fallende Aktienkurse auslöst, ist kein Widerspruch, sondern derselbe Mechanismus von der anderen Seite betrachtet.

Was daraus folgt: Wechselkurse sind kein Randthema für Weltenbummler – sie verschieben Gewinne zwischen Exporteuren und Importeuren, und damit ganze Indizes. Wer japanische Aktien oder einen Welt-ETF hält, hält immer auch eine Währungswette mit, ob er will oder nicht.

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