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IM Invests

Anlegerverhalten

Herdenverhalten

Warum es vernünftig sein kann, anderen zu folgen – und wann daraus eine Blase wird.

8 Min. LesezeitAuslegung

Anderen zu folgen ist für den Einzelnen oft rational und für den Markt als Ganzes zerstörerisch. Genau daraus entstehen Blasen.

Herdenverhalten wird meist als Schwäche beschrieben. Das greift zu kurz: In vielen Lagen ist es die vernünftige Antwort auf fehlende Information. Wer nichts weiß und sieht, dass andere etwas tun, darf annehmen, dass sie einen Grund haben.

Aus dieser Vernunft entsteht das Problem. Wenn jeder auf das Verhalten der anderen schließt statt auf eigene Information, kann eine Informationskaskade entstehen: Alle folgen, aber niemand hat die Sache selbst geprüft. Die Bewegung sieht dann breit abgestützt aus und ruht auf nichts.

Warum Fachleute mitlaufen

  • Berufliches Risiko. Ein Fondsmanager, der mit der Masse falsch liegt, behält seine Stelle. Wer allein falsch liegt, nicht. Diese Asymmetrie wirkt in Richtung Anpassung.
  • Messung am Vergleichsmaßstab. Wer an einem Index gemessen wird, weicht nur begrenzt von ihm ab – auch wenn er die Zusammensetzung für falsch hält.
  • Der Zwang der Zuflüsse. Steigt ein Wert, wächst sein Indexgewicht, und indexnahe Fonds müssen nachkaufen. Das ist kein Verhalten, sondern Mechanik – wirkt aber genauso.

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