Geld wird gedanklich in Töpfe sortiert, die verschieden behandelt werden. Für den Kontostand ist es dasselbe Geld.
Richard Thaler beschrieb in den 1980er Jahren, dass Menschen Geld nicht als eine Summe behandeln, sondern in getrennten gedanklichen Konten führen. Ein Lottogewinn wird anders ausgegeben als ein Monatsgehalt, obwohl beides denselben Wert hat.
Wo es beim Anlegen schadet
| Verhalten | Was dabei übersehen wird |
|---|---|
| Kredit mit 8 % laufen lassen und gleichzeitig für 2 % sparen | Der Saldo verliert jedes Jahr sechs Prozentpunkte |
| Kursgewinne riskanter anlegen als eingezahltes Geld | Für das Vermögen ist beides derselbe Betrag |
| Dividenden ausgeben, Kursgewinne behalten | Beides ist Ertrag; die Dividende senkt den Kurs entsprechend |
| Depots getrennt betrachten statt zusammen | Das Risiko ergibt sich aus dem Gesamtbild, nicht je Konto |
Die dritte Zeile ist besonders folgenreich, weil sie sich als Anlagestrategie tarnt. Wer nur von den Dividenden lebt und den Bestand nicht antasten will, behandelt zwei Formen desselben Ertrags verschieden – und wählt seine Anlagen danach aus, was einen guten Topf füllt statt was den höchsten Gesamtertrag bringt.
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