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IM Invests

Anlegerverhalten

Mentale Buchführung

Warum dasselbe Geld je nach Herkunft anders behandelt wird – und was das im Depot anrichtet.

7 Min. LesezeitBeobachtung

Geld wird gedanklich in Töpfe sortiert, die verschieden behandelt werden. Für den Kontostand ist es dasselbe Geld.

Richard Thaler beschrieb in den 1980er Jahren, dass Menschen Geld nicht als eine Summe behandeln, sondern in getrennten gedanklichen Konten führen. Ein Lottogewinn wird anders ausgegeben als ein Monatsgehalt, obwohl beides denselben Wert hat.

Wo es beim Anlegen schadet

Vier verbreitete Fälle.
VerhaltenWas dabei übersehen wird
Kredit mit 8 % laufen lassen und gleichzeitig für 2 % sparenDer Saldo verliert jedes Jahr sechs Prozentpunkte
Kursgewinne riskanter anlegen als eingezahltes GeldFür das Vermögen ist beides derselbe Betrag
Dividenden ausgeben, Kursgewinne behaltenBeides ist Ertrag; die Dividende senkt den Kurs entsprechend
Depots getrennt betrachten statt zusammenDas Risiko ergibt sich aus dem Gesamtbild, nicht je Konto

Die dritte Zeile ist besonders folgenreich, weil sie sich als Anlagestrategie tarnt. Wer nur von den Dividenden lebt und den Bestand nicht antasten will, behandelt zwei Formen desselben Ertrags verschieden – und wählt seine Anlagen danach aus, was einen guten Topf füllt statt was den höchsten Gesamtertrag bringt.

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