Verluste werden stärker empfunden als gleich große Gewinne. Aus dieser Asymmetrie folgen die meisten teuren Anlegerentscheidungen.
Ein einfaches Angebot: Bei Kopf gewinnen Sie 150 Euro, bei Zahl verlieren Sie 100. Der Erwartungswert ist eindeutig positiv, und die große Mehrheit lehnt trotzdem ab. Erst ab einem Gewinn von etwa dem Doppelten des möglichen Verlustes nimmt eine Mehrheit an.
Dieses Verhältnis von rund zwei zu eins ist in vielen Untersuchungen gemessen worden und einer der stabilsten Befunde des Fachs. Es beschreibt keine Ängstlichkeit, sondern eine Asymmetrie der Empfindung: Der Schmerz eines Verlusts ist stärker als die Freude über einen gleich großen Gewinn.
Was daraus im Depot folgt
- Zu wenig Aktien. Wer die Schwankung als Schmerz erlebt, wählt eine Aufteilung, die über Jahrzehnte Rendite kostet – der teuerste Fehler von allen und der unauffälligste.
- Häufiges Nachsehen macht es schlimmer. Wer täglich in sein Depot schaut, sieht an etwa der Hälfte der Tage ein Minus. Wer einmal im Jahr schaut, sieht in den meisten Jahren ein Plus – bei identischer Anlage.
- Verlustpositionen werden gehalten. Solange nicht verkauft wurde, fühlt sich der Verlust nicht endgültig an. Diesem Muster ist eine eigene Lektion gewidmet.
Lektion durchgearbeitet?
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