Die Phasen des Zyklus sind gut beschrieben und in der Gegenwart nie eindeutig zuzuordnen. Wer meint, sie sicher zu erkennen, verwechselt Rückblick mit Sicht.
Wirtschaftsleistung wächst nicht gleichmäßig, sondern in Wellen. Die Einteilung in vier Phasen ist alt und hat sich als Beschreibung bewährt: Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung, Rezession.
| Phase | Kennzeichen | Was meist steigt |
|---|---|---|
| Aufschwung | Auftragseingänge ziehen an, Arbeitslosigkeit fällt, Zinsen noch niedrig | Zykliker, kleine Werte, Industriemetalle |
| Hochkonjunktur | Kapazitäten ausgelastet, Löhne und Preise ziehen an, Notenbank strafft | Energie, Rohstoffe – Anleihen leiden |
| Abschwung | Aufträge brechen ein, Lager füllen sich, Gewinne sinken | Basiskonsum, Gesundheit, lange Staatsanleihen |
| Rezession | Wirtschaftsleistung schrumpft, Arbeitslosigkeit steigt, Notenbank lockert | Staatsanleihen – Aktien drehen meist mitten in der Phase |
Die letzte Zeile enthält die wichtigste Beobachtung: Aktienmärkte drehen in aller Regel nach oben, während die Nachrichten noch schlecht sind. Wer auf gute Meldungen wartet, kauft nach der Erholung – der Markt läuft der Konjunktur um Monate voraus.
Wann eine Rezession eine ist
Die verbreitete Faustregel lautet: zwei aufeinanderfolgende Quartale mit schrumpfender Wirtschaftsleistung. In den Vereinigten Staaten entscheidet das jedoch ein Gremium des National Bureau of Economic Research anhand mehrerer Größen – und es lässt sich Zeit. Die Feststellung erfolgt regelmäßig erst ein halbes bis ein Jahr nach dem Beginn.
Lektion durchgearbeitet?
Markiere die Lektion, wenn du sie durch hast. In der Bereichsübersicht siehst du dann auf einen Blick, was noch offen ist.