Die Korrekturen sind der Teil der Theorie mit den meisten zugelassenen Formen. Genau deshalb lässt sich fast jede Seitwärtsphase im Nachhinein regelkonform auszählen.
Der Impuls kennt eine Grundform und vier Abweichungen. Die Korrektur kennt drei Grundformen, von denen zwei je drei Fassungen haben – und darüber hinaus die Möglichkeit, zwei oder drei fertige Korrekturen aneinanderzuhängen. Das ist der Teil der Theorie, an dem sich der Haupteinwand am deutlichsten zeigt.
Der Zickzack (5-3-5)
Die scharfe Korrekturform. Welle A fällt deutlich, Welle B holt einen Teil zurück, Welle C läuft klar unter das Tief von A.
- Welle B holt üblicherweise 38,2 bis 61,8 Prozent von A zurück. Läuft sie über 61,8 Prozent hinaus, spricht das gegen einen Zickzack.
- Welle C entspricht häufig der Länge von A oder dem 1,618-fachen davon.
- Der Zickzack ist die typische Gestalt der Welle 2 und der Welle A.
Die Flat (3-3-5) in drei Fassungen
Die seitwärts verlaufende Korrekturform. Alle drei Fassungen haben denselben Aufbau; unterschieden werden sie ausschließlich daran, wo B und C relativ zum Startpunkt enden.
| Fassung | Welle B endet | Welle C endet | Was daraus folgt |
|---|---|---|---|
| Normale Flat | ungefähr am Startpunkt (90 – 105 % von A) | ungefähr auf Höhe des Tiefs von A | Gleichgewicht. Der Trend ist weder bestätigt noch gebrochen. |
| Erweiterte Flat | über den Startpunkt hinaus (über 105 % von A) | unter dem Tief von A | Die häufigste der drei. Das falsche Ausbrechen in Welle B fängt viele auf dem falschen Fuß. |
| Laufende Flat | über den Startpunkt hinaus | über dem Tief von A | Die Korrektur bleibt in Trendrichtung zurück – ein Zeichen für einen sehr starken übergeordneten Trend. |
Das Dreieck (3-3-3-3-3)
Fünf Abschnitte A bis E, jeder dreiteilig. Ein Dreieck steht fast ausschließlich in Welle 4 oder in Welle B – also unmittelbar vor der letzten Bewegung einer Sequenz.
| Form | Begrenzungen | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Kontrahierend | laufen beide aufeinander zu | die weitaus häufigste Fassung |
| Barrier | eine Seite bleibt waagerecht | seltener; im Ergebnis dem kontrahierenden ähnlich |
| Expandierend | laufen auseinander, die Schwankung nimmt zu | selten und schwer zu handeln |
| Laufend | Welle B überschreitet den Startpunkt von A | selten; gilt als besonders trendstark |
Die Position ist der eigentliche Nutzen dieser Form: Wer ein Dreieck sicher erkennt, weiß, dass noch genau eine Bewegung in Trendrichtung aussteht. Nach ihr ist die Sequenz abgeschlossen. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen die Theorie eine überprüfbare Erwartung liefert.
Die Kombinationen: W-X-Y und W-X-Y-X-Z
Reicht eine einzelne Korrektur nicht aus, um die Zeit zu füllen, hängt die Theorie zwei oder drei davon aneinander. Die Verbindungsstücke heißen X-Wellen.
| Bezeichnung | Aufbau | Bestandteile |
|---|---|---|
| Doppelte Korrektur | W – X – Y | zwei Korrekturmuster, verbunden durch eine X-Welle |
| Dreifache Korrektur | W – X – Y – X – Z | drei Korrekturmuster, verbunden durch zwei X-Wellen |
- W, Y und Z sind jeweils vollständige Korrekturen für sich – ein Zickzack, eine Flat oder ein Dreieck.
- X ist die Verbindungswelle. Sie ist selbst dreiteilig und läuft gegen die Richtung der Korrektur.
- Ein Dreieck steht in einer Kombination fast immer an letzter Stelle, also als Y oder Z.
- Mehr als drei Bestandteile sieht die Theorie nicht vor. Das ist die einzige Begrenzung dieser Bauform.
Die Sonderregeln der Kombinationen
| Regel | Was sie besagt |
|---|---|
| Höchstens drei Bestandteile | W-X-Y und W-X-Y-X-Z sind die einzigen Formen. Eine vierte Korrektur anzuhängen ist nicht vorgesehen. |
| Kein Zickzack zweimal hintereinander | Zwei aufeinanderfolgende Zickzacks gelten nicht als Kombination, sondern als doppelter Zickzack – ein eigener Fall mit eigener Zählung. |
| Das Dreieck steht am Ende | Tritt ein Dreieck in einer Kombination auf, dann als letzter Bestandteil – also als Y oder Z, nie als W. |
| X ist selbst eine Korrektur | Die Verbindungswelle ist dreiteilig und kann jede Korrekturform annehmen, meist einen Zickzack. |
| X bleibt kürzer als die Nachbarn | Läuft X weiter zurück als die Korrektur davor, ist es keine Verbindungswelle – dann liegt eine andere Zählung vor. |
| Die Bestandteile ähneln sich in der Größe | W, Y und Z sind üblicherweise etwa gleich lang. Ein deutlich größerer Bestandteil spricht gegen die Kombination. |
Die praktisch wichtigste dieser Regeln ist die letzte: Ähneln sich W, Y und Z nicht in der Größe, stimmt die Zählung vermutlich nicht. Sie ist die einzige, die sich während der laufenden Bewegung prüfen lässt – alle übrigen setzen voraus, dass die Formen bereits fertig sind.
Was sich davon behalten lässt
Zwei Dinge sind auch ohne Zählung brauchbar. Erstens die Beobachtung, dass Korrekturen in drei Abschnitten verlaufen, Trendbewegungen dagegen in fünf – wer nach einem Rücksetzer die Struktur zählt, hat einen Anhaltspunkt, ob der Trend weiterläuft oder gedreht hat. Zweitens die Erwartung, dass ein Dreieck vor der letzten Bewegung steht.
Beides sind Erfahrungssätze und keine Gesetzmäßigkeiten. Sie taugen als Erwartungshaltung, nicht als Grundlage für eine Position ohne Absicherung.
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