Ein Depot ist ein Konto, auf dem statt Geld Wertpapiere liegen. Dazu gehört immer ein zweites Konto, das Verrechnungskonto, über das das Geld läuft: Dorthin überweist du, von dort wird der Kaufpreis abgebucht, dort landen Verkaufserlöse und Dividenden.
Der wichtigste Unterschied zum Bankkonto
Geld auf einem Konto gehört rechtlich der Bank – sie schuldet es dir. Wertpapiere im Depot gehören dir; die Bank verwahrt sie nur. Das klingt nach Haarspalterei und ist im Ernstfall der ganze Unterschied.
| Guthaben auf dem Verrechnungskonto | Wertpapiere im Depot | |
|---|---|---|
| Gehört | der Bank – sie schuldet es dir | dir |
| Im Insolvenzfall | Fällt in die Masse, geschützt durch die Einlagensicherung | Wird herausgegeben oder übertragen, fällt gar nicht erst hinein |
| Obergrenze | 100.000 Euro je Person und Institut | Keine – es ist ja deins |
Die Eröffnung
Sie dauert meist eine halbe Stunde und läuft überall ähnlich ab. Vier Angaben lohnen besondere Aufmerksamkeit, weil sie später Arbeit sparen:
- Steuer-Identifikationsnummer. Ohne sie kann der Broker keinen Freistellungsauftrag berücksichtigen. Sie steht auf jedem Steuerbescheid.
- Freistellungsauftrag. Gleich bei der Eröffnung einrichten. Ohne ihn wird auf jeden Ertrag Steuer abgeführt, die du erst über die Steuererklärung zurückbekommst – ein Jahr später.
- Kirchensteuermerkmal. Wird automatisch beim Bundeszentralamt abgefragt; ein Widerspruch dagegen ist möglich, verlagert die Zahlung dann aber in die Steuererklärung.
- Angemessenheitsprüfung. Der Broker fragt nach Erfahrung und Kenntnissen. Das ist keine Prüfung, die man bestehen muss – es ist eine gesetzliche Pflicht, dich zu warnen, wenn du etwas kaufst, das nicht zu deinen Angaben passt.
Die erste Order
Eine Wertpapierorder braucht fünf Angaben. Vier davon sind schnell erklärt, die fünfte ist die wichtigste.
- Was? Die ISIN ist die weltweit eindeutige Kennung, zwölf Stellen. Die WKN ist die ältere deutsche Kurzform mit sechs Stellen. Im Zweifel die ISIN nehmen – Namen sind mehrdeutig, es gibt Dutzende Fonds mit „Global“ im Titel.
- Wie viel? Stückzahl oder Betrag. Bei ETFs sind meist Bruchstücke möglich, sodass jeder Betrag passt.
- Wo? Der Handelsplatz. Für deutsche Werte ist der elektronische Referenzmarkt tagsüber meist die günstigste Wahl.
- Wie lange? Gültigkeit der Order – nur heute oder bis zu einem Datum.
- Zu welchem Preis? Und hier lohnt es sich, kurz nachzudenken.
Woran du einen passenden Anbieter erkennst
Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind kleiner geworden, aber nicht verschwunden. Sechs Punkte entscheiden, und keiner davon ist die Aufmachung der App:
| Punkt | Woran es hängt |
|---|---|
| Depotgebühr | Sollte null sein. Eine Gebühr für die reine Verwahrung ist heute nicht mehr üblich |
| Sparplanausführung | Bei kleinen Raten der größte Posten überhaupt. Ein Euro auf 25 Euro Rate sind vier Prozent |
| Ordergebühr | Nur wichtig, wenn du selbst kaufst statt per Sparplan – dann aber pro Kauf |
| Auswahl | Sind die Wertpapiere handelbar, die du willst? Und sind sie sparplanfähig? |
| Steuerlicher Sitz | Ein deutscher Anbieter führt die Steuer automatisch ab. Bei ausländischen musst du sie selbst erklären |
| Erreichbarkeit | Nur relevant, wenn etwas schiefgeht – dann aber sehr |
Was du dir merken solltest
- Wertpapiere gehören dir, Guthaben gehört der Bank – das entscheidet den Insolvenzfall.
- Freistellungsauftrag und Steuer-ID gleich bei der Eröffnung erledigen.
- Die ISIN ist eindeutig, der Name nicht.
- Limit statt Market, besonders außerhalb der Haupthandelszeit.
- Beim Vergleich zählen Depotgebühr, Sparplankosten und der steuerliche Sitz – nicht die App.
- Der Wechsel ist kostenfrei und löst keine Steuer aus. Die erste Wahl bindet dich nicht.
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