Apple hat am Montagabend – erstmals unter dem neuen Chef John Ternus – die Erwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg im vierten Geschäftsquartal auf 114,5 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie lag bei 2,10 Dollar. Analysten hatten mit 113,4 Milliarden Dollar Umsatz und 1,99 Dollar Gewinn je Aktie gerechnet.
Starke iPhones, schwaches China
Der Umsatz mit dem iPhone fiel mit 57,6 Milliarden Dollar ebenfalls höher aus als erwartet. In China setzte Apple dagegen nur 17,54 Milliarden Dollar um – die Wall Street hatte dort mit knapp 18,8 Milliarden Dollar gerechnet. Die Aktie gab nachbörslich von einem hohen Niveau aus 1,1 Prozent auf 334,98 Dollar nach, nachdem sie erst Ende Oktober bei 351,73 Dollar ihren bisherigen Höchststand erreicht hatte.
Warum ein Gewinn über der Prognose trotzdem nicht reicht
Anders als die übrigen „Magnificent Seven" ist Apple nur marginal in das Thema Künstliche Intelligenz investiert – während Alphabet und Amazon zuletzt für ihre hohen KI-Investitionen abgestraft wurden, galt Apple als verlässlicher Umsatz- und Gewinnbringer und war mit einem Plus von 24,5 Prozent seit Jahresbeginn der bisher stärkste Wert der Gruppe. Entsprechend gering war die Toleranz für eine Enttäuschung bei den Zahlen.
Hinzu kommt die Bewertung: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36 auf Basis der erwarteten Gewinne der nächsten zwölf Monate ist Apple nach Daten von Bloomberg fast doppelt so teuer wie der marktbreite S&P 500 – und damit so hoch bewertet wie zuletzt 2008. Ben Carew, Co-Investmentchef bei Tandem Investment Advisors, sagte, Apple sei derzeit teurer als 99 Prozent aller historischen Vergleichswerte; bleibe das Wachstum hinter den Erwartungen zurück, drohe eine Neubewertung dieser hohen Kennzahl.
Was daraus folgt: Ein Gewinn über der Prognose sagt wenig darüber aus, wie eine Aktie reagiert, wenn die Prognose selbst schon hoch war. Bei einer teuren Bewertung genügt oft eine einzelne enttäuschende Kennzahl – hier die Umsätze in China –, um den Kurs trotz guter Gesamtzahlen zu belasten.
Quellen
- onvista, 02.11.2026, 21:43 Uhr: „Apple schlägt Gewinnerwartungen - Kurs dennoch schwächer"
- wallstreet-online, 02.11.2026: „Trotz Lieferengpässen: Apple liefert ab: Starke iPhone-Verkäufe sorgen für Rekordquartal"
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