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Ölpreis bricht ein – USA und Iran signalisieren Diplomatie

Brent und WTI fielen am Montag so stark wie seit Monaten nicht. Grund sind Signale aus Washington und Teheran, den Konflikt diplomatisch zu lösen.

Redaktion IM Invests5 Min. Lesezeit

Der Ölpreis ist am Montag so stark gefallen wie seit Monaten nicht. Die Nordsee-Sorte Brent verlor 7,6 Prozent und schloss bei 104,77 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI gab 7,4 Prozent nach auf 96,46 Dollar – der größte Tagesverlust seit dem 27. Juli.

Acht Monate Konflikt, ein Signal zur Diplomatie

Seit Ende Februar liefern sich die USA und Israel einerseits und der Iran andererseits einen Konflikt, der die Energiemärkte seither immer wieder belastet hat. Am Montag äußerten sich beide Seiten versöhnlicher: Präsident Trump sagte vor Reportern, der Iran wolle „einen Deal, und das könnte passieren". Außenminister Marco Rubio erklärte, Trump bevorzuge eine diplomatische statt einer militärischen Lösung, habe aber noch keine Entscheidung über weitere Angriffe getroffen.

Irans Präsident Masoud Pezeshkian erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, Teheran suche eine Lösung über Dialog. Außenminister Abbas Araghchi nannte eine Einigung möglich, wenn Washington „guten Willen zeigt" und Sanktionen aufhebe, die US-Militärpräsenz in der Region verringere und eine Blockade aufhebe. Zugleich rief der geistliche Führer Chamenei die Streitkräfte am Samstag dazu auf, auf jede Bedrohung „sofort und uneingeschränkt" zu reagieren – die Lage bleibt angespannt.

Warum ein Signal reicht, um den Preis so stark zu bewegen

Ein Teil der Erklärung liegt in der Preisbildung selbst. Der Ölmarkt hatte im Oktober mehr als zehn Prozent zugelegt, weil Händler eine militärische Eskalation nach den US-Zwischenwahlen einpreisten – eine sogenannte Risikoprämie, die nichts mit dem tatsächlichen Angebot zu tun hat. Ryan McKay, Rohstoffstratege bei TD Securities, sagte, Berichte über Diplomatie wirkten deshalb so stark auf den Preis, weil ein großer Teil der jüngsten Gewinne genau diese Prämie gewesen sei. Solange der Konflikt aber nicht tatsächlich beendet sei und Angriffe auf Tanker vorkämen, erwarte er keinen vollständigen Abbau der Prämie allein durch Schlagzeilen.

Der fallende Ölpreis strahlte am Montag auch auf die europäischen Börsen aus: Der Dax schloss nach Angaben des Handelsblatts im Plus und landete zum Monatsanfang knapp unter der Marke von 26.000 Punkten, unterstützt von den gesunkenen Öl- und Gaspreisen.

Was daraus folgt: Wer einen Rohstoffpreis als Signal liest, sollte zwischen einem realen Angebotsschock und einer eingepreisten Erwartung unterscheiden. Beide bewegen den Preis, aber nur Ersteres verändert dauerhaft, wie viel Öl am Markt ist – Zweiteres kann sich schon mit einer einzigen Pressekonferenz wieder auflösen.

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