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Bitcoin: drei Quellen, drei Kurse – alle richtig

Eine Quelle meldete 62.850 Dollar, eine zweite 64.378, eine dritte 64.400. Kein Widerspruch: Ein Markt ohne Schlussglocke hat nur Kurse zu Uhrzeiten.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Wer am Mittwoch den Bitcoin-Kurs nachschlug, fand je nach Quelle und Stunde verschiedene Zahlen: ein Tagestief bei 62.850 Dollar, am Nachmittag 64.378 Dollar – 1,55 Prozent im Plus –, nach dem Fed-Entscheid am Abend rund 64.400 Dollar. Am Dienstag hatten nach fast drei Prozent Tagesverlust noch Zwangsverkäufe über 670 Millionen Dollar den Markt geprägt.

Alle diese Zahlen sind richtig. Sie beschreiben nur verschiedene Uhrzeiten – und genau das ist die Eigenheit, an der Krypto-Berichterstattung regelmäßig schief wird.

Ein Markt ohne Schlussglocke

Bei einer Aktie ist „der Kurs von Mittwoch“ eine definierte Zahl: der Schlusskurs der Heimatbörse, festgestellt in der Schlussauktion, für den DAX um 17:30 Uhr. Bitcoin handelt dagegen an hunderten Plätzen gleichzeitig, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Es gibt keine Schlussauktion, keinen amtlichen Schlusskurs, keinen gemeinsamen Bezugspunkt. „Bitcoin fiel am Mittwoch“ und „Bitcoin stieg am Mittwoch“ können deshalb beide stimmen – je nachdem, welche zwei Zeitpunkte man vergleicht.

Dieselbe Falle steckt in Wochenvergleichen: Ein Aktienindex hat rund 252 Handelstage im Jahr, Bitcoin 365. Wer „Wochenperformance“ vergleicht, vergleicht bei der Aktie fünf Handelstage mit sieben bei Bitcoin – inklusive des Wochenendes, an dem dünner Handel die Ausschläge vergrößert.

Was daraus folgt: Bei Kursangaben ohne Uhrzeit ist Skepsis der richtige Reflex – nicht, weil eine Quelle lügt, sondern weil ohne Zeitstempel nicht feststeht, was verglichen wird. Seriöse Angaben zu einem Markt ohne Schlusskurs nennen den Zeitpunkt mit. Das gilt für Nachrichten wie für diese Seite.

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