Wenn eine Zentralbank über Jahre hinweg kauft statt verkauft, sagt das mehr über ihr Vertrauen in eine Anlageklasse als jede Rede. China gehört seit Ende 2022 durchgehend zu den Käufern von Gold – im August hat sich das Tempo noch einmal beschleunigt.
20 Tonnen in einem Monat
Laut Goldreporter erhöhte die chinesische Zentralbank ihre offiziellen Goldreserven im August um rund 20,2 Tonnen beziehungsweise 650.000 Feinunzen. Der Gesamtbestand stieg damit auf 76,73 Millionen Unzen, umgerechnet etwa 2.386,6 Tonnen.
Zum ausgewiesenen Wert von 350,08 Milliarden US-Dollar trug neben der zusätzlichen Menge auch der gestiegene Goldpreis bei: Der Wert der chinesischen Reserven legte binnen eines Monats um rund 43,7 Milliarden Dollar zu. Seit der Wiederaufnahme der offiziellen Käufe im November 2022 kauft China nach Angaben der Quelle ununterbrochen zu, in den vergangenen vier Monaten sogar in beschleunigtem Tempo.
Reserve, nicht Spekulation
Eine Zentralbank kauft Gold nicht, um es kurzfristig wieder zu verkaufen, sondern als Teil ihrer Währungsreserven – neben Dollar, Euro und anderen Anlagen. Ein wachsender Goldanteil verringert die Abhängigkeit von einer einzelnen Reservewährung, ändert aber nichts an der kurzfristigen Kursbildung am Goldmarkt, die von ganz anderen Akteuren getrieben wird.
Was daraus folgt: Steigende Zentralbank-Reserven sind ein Hinweis auf eine langfristige Nachfragequelle für Gold, keine Kursprognose für die nächste Woche. Ob und wie stark sich das auf den Tagespreis auswirkt, hängt von Faktoren ab, die mit dieser einen Meldung nichts zu tun haben.
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