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DAX über 25.000 Punkten – getragen von einer einzigen Aktie

Der Leitindex holt sich die 25.000 zurück und schließt die Woche im Plus. Der Schub kam vor allem von SAP – und das sagt mehr über den Index als über die Wirtschaft.

Redaktion IM Invests5 Min. Lesezeit

Der DAX hat den Rückschlag vom Donnerstag wettgemacht: Am Freitag legte der deutsche Leitindex knapp 1,4 Prozent zu und schloss mit 25.099 Punkten auf dem Tageshoch. Über die Woche steht damit ein Plus von 1,1 Prozent, bei vier Gewinn- und einem Verlusttag. Getragen wurde der Anstieg von der SAP-Aktie, die nach den Zahlen zum zweiten Quartal um fast zehn Prozent zulegte – Analysten verwiesen auf das Wachstum im Cloud-Geschäft. Hinzu kamen wieder nachgebende Ölpreise.

Wenn ein Wert den Index bewegt, ist das eine Aussage über den Index

Der DAX ist nach Marktkapitalisierung gewichtet: Je wertvoller ein Unternehmen an der Börse ist, desto stärker schlägt seine Kursbewegung im Index durch. Bei 40 Werten und einem sehr großen Schwergewicht heißt das, dass ein einzelnes Quartalsergebnis den Index sichtbar verschieben kann.

Ein Indexstand ist deshalb kein Konjunkturindikator. Er misst den Börsenwert von 40 Unternehmen, nicht den Zustand der deutschen Wirtschaft. Wer aus einem DAX-Hoch auf eine gute Wirtschaftslage schließt, zieht den Schluss aus der falschen Zahl.

Was das für ein DAX-Investment bedeutet

Ein ETF auf den DAX klingt nach Streuung: 40 Unternehmen in einem Papier. Tatsächlich ist die Streuung geringer, als die Zahl suggeriert. Die Werte kommen aus einem Land, viele aus wenigen Branchen, und die größten Positionen bestimmen den Verlauf.

  • Ein Land. Der deutsche Markt macht global einen einstelligen Prozentanteil aus. Wer nur ihn hält, wettet auf einen kleinen Ausschnitt.
  • Wenige Branchen. Software, Industrie, Chemie und Finanzen dominieren; ganze Wirtschaftszweige fehlen.
  • Wenige Schwergewichte. Die Top-Werte tragen einen großen Teil der Bewegung – das ist ein Klumpenrisiko, kein Streuungseffekt.

Ein Hinweis zum Vergleichen

Beim Vergleich mit US-Indizes lohnt der Blick auf die Berechnungsart. Der DAX ist ein Performance-Index: Dividenden werden rechnerisch wieder angelegt. Der S&P 500 wird üblicherweise als Kursindex dargestellt. Prozentzahlen der beiden direkt nebeneinanderzustellen, bevorteilt den DAX systematisch.

Quellen

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