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Geldpolitik

Eurozone 2,9, Italien 2,9 – gleiche Zahl, andere Richtung

Euroraum 2,9 Prozent, Italien 2,9 Prozent – am selben Tag gemeldet. Die eine Rate ist gestiegen, die andere gefallen. Wie das zusammengeht und was daraus folgt.

Redaktion IM Invests5 Min. Lesezeit

Am Freitag meldete das Statistikamt Eurostat in einer ersten Schätzung: Die Verbraucherpreise im Euroraum lagen im Juli 2,9 Prozent über dem Vorjahresmonat, nach 2,8 Prozent im Juni. Volkswirte hatten den Anstieg im Schnitt erwartet. Treiber waren vor allem die wieder höheren Energiepreise.

Am selben Tag meldete das italienische Statistikamt Istat: Die nach europäischem Standard erhobenen Verbraucherpreise legten in Italien im Juli um 2,9 Prozent zu – nach 3,0 Prozent im Juni. Auch dieser Rückgang war erwartet worden.

Zwei gleiche Zahlen, zwei entgegengesetzte Bewegungen

Italien liegt im Juli exakt auf dem Durchschnitt des Euroraums – aber es kommt von oben, während der Euroraum von unten kommt. Wer nur die aktuelle Rate liest, sieht zweimal 2,9 und hält beide Länder für gleich. Wer die Vormonate danebenlegt, sieht zwei verschiedene Entwicklungen.

Warum ein Währungsraum viele Inflationsraten hat

Der Euroraum ist eine Währungsunion, keine Preisunion. Energie, Mieten, Dienstleistungen und Lebensmittel haben in jedem Land ein anderes Gewicht im Warenkorb, und die Preise selbst entwickeln sich unterschiedlich. Die Rate für den Euroraum ist ein gewichteter Durchschnitt – kein Land muss sie treffen, und die meisten tun es nicht.

Für die Europäische Zentralbank zählt trotzdem der Durchschnitt: Ihr Ziel ist eine Rate von zwei Prozent auf mittlere Sicht für den gesamten Währungsraum. Ein einzelnes Land kann deshalb eine Geldpolitik bekommen, die zu seiner eigenen Lage nicht passt.

Was daraus folgt: Die eigene Kaufkraft hängt am nationalen Warenkorb, die Zinsen am europäischen Durchschnitt. Diese beiden Zahlen fallen regelmäßig auseinander – und das ist kein Fehler der Statistik, sondern die Bauart der Währungsunion.

Quellen

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