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Geldpolitik

Die Fed hat ihre eigene Inflationsprognose kräftig angehoben

Von 2,7 auf 3,6 Prozent für das laufende Jahr – und neun der achtzehn Sitzungsteilnehmer erwarten inzwischen eine Zinserhöhung. Vor der Sitzung lohnt ein Blick auf diese Zahl.

Redaktion IM Invests5 Min. Lesezeit

Die Fed-Sitzung beginnt an diesem Dienstag, die Entscheidung kommt am Mittwoch um 20:00 Uhr deutscher Zeit. Dass der Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent bleibt, ist weitgehend eingepreist. Wir haben vergangene Woche beschrieben, warum der Dot Plot dabei die interessantere Größe ist als der Zinssatz. Eine Zahl aus derselben Juni-Sitzung ist dabei bisher untergegangen.

PCE-Prognose der Fed für 2026, bisher
2,7 Prozent
PCE-Prognose der Fed für 2026, seit Juni
3,6 Prozent
Teilnehmer, die 2026 eine Erhöhung erwarten
9 von 18
Beschluss im Juni
unverändert, einstimmig 12 zu 0

Die Notenbank hat ihre eigene Erwartung für die Teuerung im laufenden Jahr um 0,9 Prozentpunkte angehoben – von 2,7 auf 3,6 Prozent. Gemessen an ihrem Ziel von zwei Prozent ist das keine Feinjustierung, sondern eine Korrektur um fast die Hälfte des Zielwerts. Zugleich verschwand der Hinweis auf eine mögliche Lockerung aus der Erklärung.

PCE, nicht CPI – und warum das nicht dasselbe ist

In den Nachrichten steht meist die Verbraucherpreisinflation, der CPI. Die Fed steuert aber nach einer anderen Größe: dem PCE-Deflator, der Preisentwicklung der privaten Konsumausgaben. Beide messen Teuerung, kommen aber regelmäßig zu unterschiedlichen Zahlen – der PCE liegt meist etwas niedriger.

Zwei Inflationsmaße, zwei Bauweisen
CPI (Verbraucherpreise)PCE (Konsumausgaben)
WarenkorbFest, wird nur selten angepasstWird laufend angepasst, wenn Haushalte ihr Verhalten ändern
ErfasstWas Haushalte selbst bezahlenZusätzlich, was für sie bezahlt wird – etwa Gesundheitskosten über Versicherungen
Gewicht der WohnkostenHochDeutlich niedriger
Wird genutzt vonÖffentlichkeit, Rentenanpassungen, VerträgeDer Notenbank für ihr Zwei-Prozent-Ziel

Was daraus folgt

Eine Notenbank, die ihre eigene Inflationsprognose deutlich anhebt, hat zwei Möglichkeiten: Sie hält die Zinsen länger hoch, oder sie akzeptiert, dass sie ihr Ziel länger verfehlt. Beides ist für Sparer keine schlechte Nachricht und für Kreditnehmer keine gute – nur ist es das Gegenteil dessen, worauf sich die Märkte über Jahre eingerichtet hatten.

Quellen

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