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Frankreichs Schulden drücken den Euro zum Pfund

Der Euro hat im Oktober so stark zum britischen Pfund verloren wie seit Juli 2022 nicht mehr. Grund ist Frankreichs Schuldenkrise.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Der Euro hat im Oktober kräftig zum britischen Pfund verloren. Laut Bloomberg, zitiert von wallstreet-online, büßte er mehr als zwei Prozent ein, der schwächste Monat seit Juli 2022. Zum Pfund fiel die Gemeinschaftswährung zugleich auf ihren niedrigsten Stand seit April 2025.

Als Belastung gilt Frankreichs Schuldenkrise. Das Haushaltsdefizit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone treibt die Finanzierungskosten des Landes auf den höchsten Stand seit 25 Jahren. Hinzu kommt politische Unsicherheit vor der Wahl 2027, sagte Rabobank-Expertin Jane Foley laut dem Bericht.

320.000 Demonstranten und ein ruhigeres Pfund

Die Unsicherheit zeigte sich auch auf der Straße. Am Freitag demonstrierten nach Angaben des französischen Innenministeriums 320.000 Menschen landesweit, davon 70.000 in Paris. In Paris und Lyon setzte die Polizei Tränengas ein, in Marseille brannten Gegenstände auf der Straße.

Das britische Pfund gilt dagegen als vergleichsweise stabil. Der Internationale Währungsfonds hob seine Wachstumsprognose für Großbritannien an, und das Pfund legte im Oktober unter den G10-Währungen am stärksten zum Euro zu.

Eine Währung als Fieberthermometer

Ein Wechselkurs bewegt sich nicht nur über Zinsunterschiede zwischen Notenbanken. Er spiegelt auch, wie sehr Anleger einem Staat zutrauen, seine Schulden zu bedienen. Steigt diese Sorge, verlangen Investoren für Anleihen eine höhere Risikoprämie und meiden zugleich die Währung des Landes.

Was daraus folgt: Ein schwacher Euro gegenüber dem Pfund ist für sich kein Urteil über die gesamte Eurozone. Er zeigt vor allem, dass Anleger das Risiko eines einzelnen Mitgliedstaats derzeit höher einpreisen als das eines anderen.

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