Eine einzelne Ticker-Zeile von finanzen.net hält einen bemerkenswerten Vorgang fest: Die Reederei Hapag-Lloyd will die Übernahme des israelischen Konkurrenten ZIM weiter vorantreiben – obwohl es dagegen ein Veto aus Israel gibt.
Mehr gibt die Meldung nicht her. Weder die Begründung für das Veto noch die finanziellen Eckdaten der geplanten Übernahme gehen aus der vorliegenden Quelle hervor. Beides wäre an dieser Stelle Spekulation – deshalb bleibt es offen.
Warum ein Staat bei einer Übernahme mitreden kann
Unabhängig vom konkreten Fall gilt allgemein: Viele Staaten behalten sich bei Übernahmen in als strategisch eingestuften Branchen ein Mitspracherecht vor – Reedereien und Häfen gehören dazu, weil über sie ein großer Teil des Warenverkehrs läuft. Ein solches Veto kann eine Übernahme verzögern oder ganz verhindern, selbst wenn sich Käufer und Verkäufer längst einig sind.
Ein Risiko außerhalb der Bilanz
Für Anleger zeigt der Fall eine Risikokategorie, die sich nicht aus Umsatz- oder Gewinnzahlen ablesen lässt: das politische oder regulatorische Risiko. Ein Übernahmeplan kann betriebswirtschaftlich noch so sinnvoll sein – scheitert er an einer staatlichen Entscheidung, zählt am Ende trotzdem nur das Ergebnis.
Was daraus folgt: Dass ein Unternehmen an einem Vorhaben festhält, ist keine Garantie dafür, dass es am Ende auch zustande kommt. Ob das Veto Bestand hat oder überwunden wird, entscheidet sich an anderer Stelle als am Verhandlungstisch der beiden Reedereien.
Quellen
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IM Invests · https://iminvests.de/news/hapag-lloyd-zim-uebernahme-trotz-veto/