Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juli auf 86,6 Punkte gestiegen, nach 85,7 Punkten im Juni. Volkswirte hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet. Der Anstieg geht vollständig auf die Erwartungen zurück: Der entsprechende Teilindex legte um 2,4 Punkte auf 86,7 zu, während die Beurteilung der aktuellen Lage auf 86,5 Punkte nachgab.
Zwei Zahlen, zwei verschiedene Fragen
Das ifo-Institut befragt monatlich rund 9.000 Unternehmen und stellt ihnen zwei Fragen: Wie beurteilen Sie Ihre derzeitige Geschäftslage? Und wie erwarten Sie die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten? Aus beiden Antworten entsteht der Gesamtindex.
Dass die Erwartungen steigen und die Lage gleichzeitig fällt, ist deshalb kein Widerspruch, sondern die interessanteste Information des Tages: Die Geschäfte laufen heute etwas schlechter, die Unternehmen rechnen aber damit, dass es besser wird. Genau umgekehrt – gute Lage, fallende Erwartungen – kündigt sich üblicherweise ein Abschwung an.
Warum Börsen auf so etwas reagieren
Aktienkurse bilden Erwartungen ab, nicht die Gegenwart. Ein Frühindikator wie der ifo-Index ist deshalb für den Markt oft relevanter als eine Zahl über das abgelaufene Quartal: Er kommt früher. Der Preis dafür ist, dass er sich häufiger irrt.
Quellen
Die Zusammenfassung ist redaktionell verfasst. Für die Inhalte verlinkter Seiten sind deren Betreiber verantwortlich.
Schlagwörter
- ifo-Index
- Konjunktur
- Frühindikator
- Deutschland